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Wärmepumpe

Erdwärmepumpe: Effizienz aus dem Boden.

Die Erdwärmepumpe nutzt die konstante Temperatur des Erdreichs und erreicht damit die höchste Effizienz. Hier siehst du Funktionsweise, Kosten inklusive Bohrung, Genehmigung und den Vergleich zur Luft-Wasser-Wärmepumpe.

JAZ 4–5
sehr effizient
bis 70 %
Förderung
winterstabil
konstante Quelle

Erdwärmepumpe im Detail

Redaktionell geprüft· Wärmepumpen-Kompass-Redaktion· Stand Juni 2026

Eine Erdwärmepumpe nutzt die konstante Temperatur des Erdreichs als Wärmequelle und erreicht dadurch Jahresarbeitszahlen von 4 bis 5, deutlich höher als luftgeführte Systeme. Durch die stabilen Quelltemperaturen auch im Winter arbeitet sie besonders effizient und eignet sich ideal für Neubauten mit großem Grundstück sowie energetische Sanierungen mit Flächenheizung. Die Investition ist zwar höher als bei Luftwärmepumpen, amortisiert sich aber durch niedrigere Betriebskosten und großzügige staatliche Förderung über viele Jahre.

01Was ist eine Erdwärmepumpe und wie funktioniert sie?

Eine Erdwärmepumpe, fachlich auch Sole-Wasser-Wärmepumpe genannt, entzieht dem Erdreich Wärmeenergie und hebt diese mittels eines Kältemittelkreislaufs auf ein nutzbares Temperaturniveau für Heizung und Warmwasser. Das Prinzip basiert auf der Tatsache, dass die Temperatur ab etwa 10 Meter Tiefe ganzjährig konstant zwischen 8 und 12 Grad Celsius liegt, unabhängig von Außenlufttemperaturen. Ein Wärmeträgermedium, die sogenannte Sole (frostsicheres Wasser-Glykol-Gemisch), zirkuliert in einem geschlossenen Kreislauf durch das Erdreich und nimmt dort kontinuierlich Wärme auf.

Der eigentliche Wärmepumpenprozess läuft in vier Schritten ab: Im Verdampfer gibt die aus dem Erdreich kommende Sole ihre Wärme an das Kältemittel ab, das bereits bei niedrigen Temperaturen verdampft. Ein elektrisch betriebener Verdichter komprimiert dieses gasförmige Kältemittel, wodurch Druck und Temperatur stark ansteigen. Im Verflüssiger gibt das heiße Gas seine Energie an das Heizsystem ab und kondensiert dabei. Über ein Expansionsventil wird der Druck wieder reduziert, und der Kreislauf beginnt von vorn. Dieser thermodynamische Prozess ermöglicht es, aus einer Kilowattstunde Strom etwa 4 bis 5 Kilowattstunden Heizwärme zu erzeugen.

Der entscheidende Vorteil gegenüber anderen Wärmequellen liegt in der Konstanz: Während Außenluft im Winter auf minus 15 Grad oder kälter fallen kann, bleibt die Erdreichtemperatur nahezu unverändert. Dadurch arbeitet die Wärmepumpe gerade dann besonders effizient, wenn der Heizbedarf am höchsten ist. Die Sole-Wasser-Technologie ist bewährt und seit Jahrzehnten im Einsatz, entsprechende Systeme gelten als langlebig und wartungsarm.

Gut zu wissen

Ab 10 Meter Tiefe herrschen ganzjährig konstante 8 bis 12 Grad Celsius im Erdreich, unabhängig von der Jahreszeit.

02Erdsonde mit Tiefenbohrung vs. Flächenkollektor: Zwei Wege zur Erdwärme

Für die Erschließung der Erdwärme gibt es zwei grundlegende Verfahren, die sich in Platzbedarf, Kosten und Genehmigungsaufwand deutlich unterscheiden. Die Wahl hängt von den örtlichen Gegebenheiten, der Grundstücksgröße und den geologischen Rahmenbedingungen ab.

Bei der Erdsonde werden eine oder mehrere vertikale Bohrungen mit Tiefen zwischen 50 und 150 Metern durchgeführt. In diese Bohrlöcher werden U-förmige Kunststoffrohre eingelassen, durch die die Sole zirkuliert. Eine typische Bohrung erreicht etwa 100 Meter Tiefe und liefert je nach Geologie 50 bis 80 Watt Entzugsleistung pro Meter, also 5 bis 8 Kilowatt thermische Leistung pro Sonde. Für ein Einfamilienhaus mit 8 bis 12 Kilowatt Heizlast sind meist ein bis zwei Sonden ausreichend. Der Flächenbedarf an der Oberfläche ist minimal, nur wenige Quadratmeter für den Bohrplatz werden dauerhaft benötigt. Die Bohrung selbst dauert ein bis zwei Tage pro Sonde. Tiefenbohrungen erfordern eine wasserrechtliche Genehmigung und in vielen Bundesländern zusätzlich eine bergrechtliche Erlaubnis.

Flächenkollektoren werden horizontal in einer Tiefe von 1,2 bis 1,5 Metern verlegt, also unterhalb der Frostgrenze aber noch im Einflussbereich von Niederschlag und Sonneneinstrahlung. Die Kunststoffrohre liegen mäanderförmig oder in Schlaufen mit einem Abstand von etwa 40 bis 80 Zentimetern. Pro Kilowatt Heizlast werden je nach Bodenbeschaffenheit 20 bis 40 Quadratmeter Kollektorfläche benötigt. Für ein typisches Einfamilienhaus bedeutet das 200 bis 400 Quadratmeter Verlegefläche. Diese Fläche darf nicht überbaut, versiegelt oder tiefwurzelig bepflanzt werden. Die Installation erfolgt mit Bagger und Erdarbeiten, die Kosten sind deutlich niedriger als bei Tiefenbohrungen. Genehmigungen sind in der Regel einfacher zu bekommen, da keine tiefen Grundwasserschichten berührt werden.

KriteriumErdsonde (Tiefenbohrung)Flächenkollektor
Tiefe / Verlegetiefe50 bis 150 m vertikal1,2 bis 1,5 m horizontal
Flächenbedarf2 bis 5 m² pro Sonde200 bis 400 m² für EFH
Entzugsleistung50 bis 80 W/m (gesamt 5 bis 8 kW pro Sonde)10 bis 25 W/m² (abhängig von Boden)
GenehmigungWasser- und Bergrecht, aufwändigMeist nur Bauanzeige, einfacher
Installationsdauer1 bis 2 Tage Bohrung3 bis 5 Tage Erdarbeiten
Langfristige EffizienzSehr stabil, winterfestLeicht witterungsabhängig, regeneriert sich über Sommer

Gut zu wissen

Eine 100 Meter tiefe Erdsonde liefert je nach Geologie 5 bis 8 Kilowatt Wärmeleistung und benötigt nur wenige Quadratmeter Grundfläche.

03Effizienz und Jahresarbeitszahl: Warum Erdwärme so sparsam heizt

Die Effizienz einer Wärmepumpe wird mit der Jahresarbeitszahl (JAZ) beschrieben, die das Verhältnis von abgegebener Heizenergie zu eingesetztem Strom über ein ganzes Jahr abbildet. Erdwärmepumpen erreichen in der Praxis typischerweise JAZ-Werte zwischen 4,0 und 5,0, bei optimal ausgelegten Systemen mit Flächenheizung auch darüber. Das bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Strom werden 4 bis 5 Kilowattstunden Wärme gewonnen. Im Vergleich dazu liegt die JAZ moderner Luft-Wasser-Wärmepumpen meist zwischen 3,0 und 4,0.

Der Effizienzvorteil resultiert direkt aus der konstanten Quelltemperatur. Während eine Luftwärmepumpe an kalten Wintertagen gegen minus 10 Grad Außenluft arbeiten muss, steht der Erdwärmepumpe ganzjährig eine Soleeintrittstemperatur von etwa 0 bis 5 Grad zur Verfügung. Die Temperaturdifferenz, die der Verdichter überwinden muss, ist deutlich kleiner, entsprechend sinkt der Stromverbrauch. Dieser Vorteil zeigt sich besonders in den Heizmonaten Januar und Februar, wenn der Wärmebedarf am höchsten ist. Messungen aus Feldstudien belegen, dass Erdwärmepumpen im Winter kaum Effizienzeinbußen zeigen, während Luftwärmepumpen bei strengem Frost merklich mehr Strom benötigen.

Weitere wichtige Einflussfaktoren auf die JAZ sind die Vorlauftemperatur des Heizsystems (optimal sind 30 bis 35 Grad bei Fußbodenheizung), die Qualität der Wärmepumpe selbst, die hydraulische Einbindung und die Dimensionierung der Erdwärmequelle. Eine zu klein ausgelegte Erdsonde oder ein zu eng verlegter Flächenkollektor kühlen das Erdreich zu stark aus, wodurch die Quellentemperatur sinkt und die Effizienz leidet. Professionelle Planung und VDI-konforme Auslegung sind daher entscheidend für den langfristigen Erfolg.

  • Typische Jahresarbeitszahl (JAZ): 4,0 bis 5,0 in der Praxis
  • Winterstabil: Kaum Leistungsabfall bei Minusgraden
  • Optimale Vorlauftemperatur: 30 bis 35 Grad für Flächenheizung
  • Quellentemperatur Sole: 0 bis 5 Grad ganzjährig
  • Wichtig: Korrekte Dimensionierung der Erdwärmequelle nach VDI 4640

Gut zu wissen

Erdwärmepumpen erreichen Jahresarbeitszahlen von 4 bis 5, das bedeutet aus 1 kWh Strom entstehen 4 bis 5 kWh Heizwärme.

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04Kosten im Detail: Anschaffung und Erschließung

Die Investitionskosten für eine Erdwärmepumpe setzen sich aus der Wärmepumpe selbst, der Erschließung der Wärmequelle, dem hydraulischen Einbau sowie optional einem Pufferspeicher zusammen. Die Gesamtkosten liegen deutlich über denen einer Luftwärmepumpe, vor allem wegen der Erdarbeiten oder Bohrungen. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 10 Kilowatt Heizlast kannst du mit folgenden Größenordnungen rechnen.

Die Wärmepumpe inklusive Regelung und Zubehör kostet zwischen 12.000 und 18.000 Euro, abhängig von Hersteller, Leistung und Ausstattung. Die Erschließung der Wärmequelle ist der größte Kostenfaktor: Eine Tiefenbohrung über 100 Meter schlägt mit 50 bis 80 Euro pro Meter zu Buche, also 5.000 bis 8.000 Euro pro Sonde. Für ein Einfamilienhaus sind meist zwei Sonden nötig, was 10.000 bis 16.000 Euro entspricht. Hinzu kommen Kosten für die Anbindung der Sonden, Verteiler und Sole-Befüllung von 2.000 bis 3.000 Euro. Ein Flächenkollektor ist mit 20 bis 40 Euro pro Quadratmeter deutlich günstiger, für 300 Quadratmeter also 6.000 bis 12.000 Euro inklusive Material und Verlegung.

Der hydraulische Einbau mit Pufferspeicher, Solekreis, Heizkreisverteiler und Inbetriebnahme schlägt mit weiteren 5.000 bis 8.000 Euro zu Buche. Hinzu kommen eventuell Kosten für Genehmigungen (500 bis 1.500 Euro), geologische Gutachten bei Tiefenbohrung (500 bis 1.000 Euro) und Erdarbeiten am Haus. In Summe bewegen sich die Gesamtkosten für eine schlüsselfertige Erdwärmepumpenanlage mit Erdsonde zwischen 25.000 und 40.000 Euro, mit Flächenkollektor zwischen 20.000 und 32.000 Euro. Diese Beträge verstehen sich vor Abzug der Förderung, die bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten betragen kann.

KostenpositionErdsonde (2 x 100 m)Flächenkollektor (300 m²)
Wärmepumpe inkl. Regelung12.000 bis 18.000 €12.000 bis 18.000 €
Erschließung Wärmequelle10.000 bis 16.000 €6.000 bis 12.000 €
Hydraulischer Einbau, Speicher5.000 bis 8.000 €5.000 bis 8.000 €
Genehmigungen, Gutachten1.000 bis 2.000 €300 bis 800 €
Gesamtkosten (brutto)28.000 bis 44.000 €23.300 bis 38.800 €
Nach 40 % BEG-Förderung16.800 bis 26.400 €14.000 bis 23.300 €

05Genehmigung und rechtliche Voraussetzungen: Was du beachten musst

Erdwärmepumpen greifen in den Untergrund ein und berühren damit wasser-, bau- und oft auch bergrechtliche Belange. Die Genehmigungspflicht und das konkrete Verfahren variieren je nach Bundesland, Art der Erschließung und örtlicher Lage erheblich. Grundsätzlich gilt: Ohne behördliche Prüfung und Genehmigung darf keine Bohrung oder großflächige Kollektorverlegung erfolgen.

Tiefenbohrungen für Erdsonden sind in allen Bundesländern genehmigungspflichtig. Die Zuständigkeit liegt meist bei der unteren Wasserbehörde, in einigen Ländern zusätzlich beim Bergamt. In Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen ist ab bestimmten Tiefen (oft 100 Meter) eine bergrechtliche Anzeige oder Erlaubnis erforderlich. In Wasserschutzzonen der Klassen I und II sind Erdwärmesonden generell verboten, in Zone III häufig nur mit verschärften Auflagen oder ebenfalls untersagt. Auch in Gebieten mit Heilquellen, Altlasten, Bergbaufolgen oder gespanntem Grundwasser können Bohrungen abgelehnt werden. Die Genehmigung erfordert in der Regel einen Antrag mit Lageplan, geologischem Gutachten, Angaben zu Bohrverfahren und Hinterfüllung sowie Nachweis der Fachkunde des Bohrers.

Flächenkollektoren sind genehmigungsrechtlich unkomplizierter, da sie nur den oberflächennahen Untergrund betreffen. Meist reicht eine Bauanzeige oder Mitteilung an die Behörde. In Wasserschutzzonen gelten aber auch hier Einschränkungen. Die Verlegung darf keine Versiegelung oder dauerhafte Überbauung ermöglichen, um die Regeneration des Erdreichs zu gewährleisten. Wichtig ist außerdem, dass das Grundstück ausreichend groß und nicht mit Leitungen, Kanälen oder Fundamenten durchzogen ist.

Für die Genehmigung solltest du mehrere Wochen bis Monate einplanen. Manche Landkreise haben digitale Geothermie-Viewer, in denen vorab ersichtlich ist, ob das Grundstück in einer Ausschlusszone liegt. Bohrfirmen und Fachplaner unterstützen in der Regel bei der Antragstellung. Wärmepumpen-Kompass arbeitet mit Fachpartnern zusammen, die den Genehmigungsprozess kennen und regional versiert sind.

  • Erdsonden: Immer genehmigungspflichtig (Wasserbehörde, teilweise Bergamt)
  • Flächenkollektoren: Meist Bauanzeige, genehmigungsrechtlich einfacher
  • Wasserschutzzonen I und II: Bohrungen verboten
  • Wasserschutzzone III: Oft Auflagen oder Verbot, Einzelfallprüfung nötig
  • Bundeslandspezifisch: Bergrechtliche Erlaubnis ab 100 m Tiefe (z. B. BW, BY, HE, NRW)
  • Vorlaufzeit: 4 bis 12 Wochen für Genehmigung einplanen
  • Geologisches Gutachten und Bohrprotokoll erforderlich
Erdwärme nutzt die ganzjährig konstante Temperatur im Boden.
Erdwärme nutzt die ganzjährig konstante Temperatur im Boden.

06Vor- und Nachteile der Erdwärmepumpe im Überblick

Erdwärmepumpen bieten überzeugende Argumente für Effizienz und Nachhaltigkeit, erfordern aber eine sorgfältige Planung und höhere Anfangsinvestitionen. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Vor- und Nachteile zusammen, damit du eine fundierte Entscheidung treffen kannst.

VorteileNachteile
Sehr hohe Effizienz (JAZ 4 bis 5) und niedrige BetriebskostenHohe Anschaffungskosten (25.000 bis 40.000 €)
Winterstabil, keine Leistungseinbußen bei MinusgradenAufwändige Genehmigungsverfahren, regional eingeschränkt
Geringer Wartungsaufwand, lange Lebensdauer (über 25 Jahre)Großer Platzbedarf bei Flächenkollektoren (200 bis 400 m²)
Sehr leise, keine Außeneinheit (bei Erdsonde)Irreversible Bohrung, spätere Änderungen kaum möglich
Förderfähig mit bis zu 70 % Zuschuss (BEG)Nicht in allen Regionen erlaubt (Wasserschutzzonen, Altlasten)
Kühlung im Sommer passiv möglich (Geocooling)Installationsdauer mehrere Wochen durch Bohrung und Genehmigung

07Erdwärmepumpe vs. Luft-Wasser-Wärmepumpe: Welches System passt besser?

Die Entscheidung zwischen Erd- und Luftwärmepumpe gehört zu den zentralen Fragen bei der Planung einer Wärmepumpenheizung. Beide Technologien sind ausgereift und förderfähig, unterscheiden sich aber deutlich in Effizienz, Kosten, Platzbedarf und Genehmigungsaufwand.

Luftwärmepumpen sind mit Investitionskosten von 15.000 bis 25.000 Euro deutlich günstiger, da keine Erdarbeiten oder Bohrungen anfallen. Sie benötigen nur eine Außeneinheit, die Luft ansaugt, und sind innerhalb weniger Tage installiert. Genehmigungen sind in den meisten Fällen nicht erforderlich, lediglich baurechtliche Abstandsflächen und Lärmschutz müssen beachtet werden. Die Jahresarbeitszahl liegt bei modernen Geräten zwischen 3,0 und 4,0, also rund 20 bis 30 Prozent unter der von Erdwärmepumpen. Besonders im Winter, wenn der Heizbedarf hoch ist, sinkt die Effizienz spürbar, weil die Außenluft nur noch minus 10 Grad oder kälter liefert. Viele Luftwärmepumpen schalten dann eine elektrische Zusatzheizung zu oder laufen mit deutlich erhöhtem Stromverbrauch. Zudem erzeugen die Ventilatoren der Außeneinheit Geräusche, die bei ungünstiger Aufstellung zu Konflikten mit Nachbarn führen können.

Erdwärmepumpen punkten mit konstant hoher Effizienz und nahezu geräuschlosem Betrieb, da keine Ventilatoren laufen. Die Betriebskosten sind auf 20 Jahre gerechnet merklich niedriger, sodass sich die höheren Anschaffungskosten über die Lebensdauer amortisieren können. Bei großen Gebäuden, hohem Wärmebedarf und langen Nutzungszeiträumen ist die Erdwärmepumpe wirtschaftlich oft im Vorteil. Voraussetzung ist jedoch ein ausreichend großes Grundstück (bei Kollektor) oder die Genehmigung für eine Tiefenbohrung. In innerstädtischen Lagen, bei kleinen Grundstücken oder in Wasserschutzzonen bleibt oft nur die Luftwärmepumpe.

Eine Faustregel: Wer ein großes, unbebautes Grundstück hat, Wert auf maximale Effizienz legt und die höheren Anfangskosten schultern kann, ist mit einer Erdwärmepumpe gut beraten. Wer schnell, günstig und unkompliziert eine Wärmepumpe installieren möchte, wählt die Luft-Wasser-Variante. Wärmepumpen-Kompass hilft dir, passende Fachfirmen für beide Systeme zu finden und Angebote neutral zu vergleichen.

KriteriumErdwärmepumpeLuft-Wasser-Wärmepumpe
Investitionskosten25.000 bis 40.000 €15.000 bis 25.000 €
Jahresarbeitszahl (JAZ)4,0 bis 5,03,0 bis 4,0
WinterverhaltenSehr stabil, kaum LeistungsabfallEffizienz sinkt bei Frost deutlich
Platzbedarf200 bis 400 m² (Kollektor) oder minimal (Sonde)Nur Außeneinheit (ca. 1 m²)
GeräuschentwicklungNahezu geräuschlosVentilatorgeräusch 40 bis 55 dB(A)
GenehmigungAufwändig, regional eingeschränktMeist genehmigungsfrei

08Staatliche Förderung: Bis zu 70 Prozent Zuschuss sichern

Erdwärmepumpen werden im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) großzügig bezuschusst. Die Förderung senkt die Nettoinvestition erheblich und macht die höheren Anschaffungskosten deutlich erträglicher. Seit 2024 gelten neue, verbesserte Konditionen mit Grundförderung, Geschwindigkeits-, Einkommens- und Effizienzbonus.

Die Grundförderung für den Heizungstausch beträgt 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Ersetzt du eine alte Öl-, Gas-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung, erhältst du zusätzlich einen Geschwindigkeitsbonus von 20 Prozent (bis 2028, danach degressiv). Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen unter 40.000 Euro können einen Einkommensbonus von weiteren 30 Prozent beantragen. Alle Boni sind miteinander kombinierbar, die Gesamtförderung ist jedoch auf maximal 70 Prozent gedeckelt. Die maximale förderfähige Investitionssumme liegt bei 30.000 Euro, bei Mehrfamilienhäusern entsprechend höher.

Konkret bedeutet das: Wer als einkommensschwacher Haushalt eine alte Ölheizung durch eine Erdwärmepumpe ersetzt, kann 30 Prozent Grundförderung plus 20 Prozent Geschwindigkeitsbonus plus 30 Prozent Einkommensbonus, also insgesamt 70 Prozent Zuschuss auf maximal 30.000 Euro erhalten (entspricht 21.000 Euro Förderung). Wer nur die Grundförderung und den Geschwindigkeitsbonus erhält, kommt auf 50 Prozent. Die BEG-Förderung ist als Investitionszuschuss über die KfW (Programm 458) oder als Kredit mit Tilgungszuschuss über die KfW (Programm 261, 262) erhältlich. Alternativ kannst du über das BAFA einen reinen Zuschuss beantragen. Wichtig: Der Antrag muss vor Vertragsabschluss gestellt werden.

Zusätzlich zur BEG-Bundesförderung gibt es in manchen Bundesländern und Kommunen ergänzende Landesprogramme oder Zuschüsse der Energieversorger. Fachplaner und Installateure kennen in der Regel die aktuellen Fördermöglichkeiten. Wärmepumpen-Kompass bietet auf seiner Plattform aktuelle Förderinfos und vermittelt Partner, die bei der Antragsstellung unterstützen.

  • Grundförderung: 30 % der förderfähigen Kosten
  • Geschwindigkeitsbonus: + 20 % bei Austausch fossiler Heizung (bis 2028)
  • Einkommensbonus: + 30 % für Haushalte unter 40.000 € Jahreseinkommen
  • Maximale Förderung: 70 % (Deckelung), max. 30.000 € förderfähig
  • Antragstellung: Vor Vertragsabschluss über KfW oder BAFA
  • Zusätzlich: Landes- und Kommunalprogramme prüfen

09Für wen lohnt sich eine Erdwärmepumpe?

Erdwärmepumpen sind nicht für jedes Gebäude und jede Situation die optimale Wahl. Ob sich die höhere Investition lohnt, hängt von mehreren Faktoren ab: Grundstücksgröße, Genehmigungslage, Heizsystem, Nutzungsdauer und persönlichen Prioritäten.

Ideal ist eine Erdwärmepumpe für Neubauten mit großem, unverbautem Grundstück und Flächenheizung. Hier können Flächenkollektoren ohne Einschränkung verlegt oder Erdsonden problemlos gebohrt werden. Auch bei energetischen Sanierungen von Bestandsgebäuden, die auf Fußboden- oder Wandheizung umgerüstet werden, ist die Erdwärme eine hervorragende Lösung, sofern das Grundstück geeignet ist. Besonders in ländlichen Regionen ohne Wasserschutzzonen sind die Genehmigungschancen gut. Wer langfristig plant (20 Jahre und mehr) und Wert auf niedrige Betriebskosten und hohe Effizienz legt, profitiert am meisten.

Weniger geeignet ist die Erdwärmepumpe bei kleinen Grundstücken (unter 300 Quadratmeter), in dicht bebauten Innenstadtlagen, in Wasserschutzzonen oder bei stark verschmutztem oder felsigem Untergrund. Auch wenn eine schnelle Installation gewünscht ist oder das Budget eng ist, kann eine Luftwärmepumpe die bessere Wahl sein. In Mehrfamilienhäusern mit begrenztem Außenraum sind Erdsonden oft die einzige Erdwärme-Option, aber genehmigungsrechtlich nicht immer realisierbar.

Zusammengefasst: Erdwärmepumpen lohnen sich für alle, die ein geeignetes Grundstück haben, die Genehmigungshürden meistern und von der höchsten Effizienz, Ruhe und Langlebigkeit profitieren möchten. Wärmepumpen-Kompass unterstützt dich dabei, die Machbarkeit vorab zu prüfen und passende Fachfirmen in deiner Region zu finden, die Erfahrung mit Erdwärmeprojekten haben.

  • Perfekt für Neubauten mit großem Grundstück und Flächenheizung
  • Ideal bei energetischer Sanierung mit Fußbodenheizung
  • Vorteilhaft in ländlichen Regionen ohne Wasserschutzzonen
  • Lohnt sich bei langer Nutzungsdauer (20+ Jahre)
  • Nicht geeignet bei kleinen Grundstücken (unter 300 m²)
  • Schwierig in Wasserschutzzonen, Altlasten-Gebieten, Innenstadtlagen
  • Alternative Luftwärmepumpe bei engem Budget oder Zeitdruck

10Planung, Installation und Betrieb: Was du wissen solltest

Die erfolgreiche Umsetzung einer Erdwärmepumpe erfordert eine sorgfältige Planung durch Fachleute. Anders als bei Luftwärmepumpen sind mehrere Gewerke beteiligt: Geologe oder Bohrfirma, Heizungsbauer, Elektriker und eventuell Garten- und Landschaftsbauer. Eine gute Koordination ist entscheidend, um Verzögerungen und Mehrkosten zu vermeiden.

Zunächst sollte eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 durchgeführt werden, um den tatsächlichen Wärmebedarf zu ermitteln. Auf dieser Basis wird die Wärmepumpe dimensioniert. Parallel dazu plant ein Fachplaner die Erdwärmequelle nach VDI 4640: Bei Erdsonden werden Bohrtiefe, Anzahl und Abstand festgelegt, bei Kollektoren die benötigte Fläche und Verlegetiefe. Ein geologisches Gutachten oder eine Recherche der Bodenverhältnisse ist unerlässlich, um die Entzugsleistung realistisch einzuschätzen.

Die Installation beginnt mit der Genehmigung, dann folgt die Bohrung oder Verlegung. Erdsonden werden von zertifizierten Bohrfirmen erstellt, die das Bohrloch fachgerecht hinterfüllen und ein Protokoll erstellen. Flächenkollektoren werden vom Heizungsbauer oder einem Tiefbauunternehmen verlegt. Anschließend werden die Sole-Leitungen zum Haus geführt, die Wärmepumpe hydraulisch eingebunden, der Heizkreis angeschlossen und die Anlage befüllt sowie entlüftet. Die Inbetriebnahme erfolgt durch den Heizungsbauer, der auch die Regelung parametriert und die Funktion prüft.

Im laufenden Betrieb ist eine Erdwärmepumpe nahezu wartungsfrei. Empfohlen wird eine jährliche Inspektion, bei der Druck, Temperaturen und Sole-Konzentration geprüft werden. Sole muss in der Regel nicht nachgefüllt werden, sofern das System dicht ist. Die Lebensdauer einer Erdwärmepumpe liegt bei 20 bis 25 Jahren, die der Erdwärmequelle ist praktisch unbegrenzt. Nach Ablauf der Nutzungsdauer kann die Wärmepumpe getauscht werden, die Sonden oder Kollektoren bleiben erhalten und können weiter genutzt werden.

Wichtig ist die Überwachung der Effizienz: Viele moderne Wärmepumpen bieten Online-Monitoring und zeigen JAZ, Stromverbrauch und Betriebsstunden an. Weicht die JAZ deutlich von den erwarteten Werten ab, sollte ein Fachmann die Anlage prüfen, oft liegt es an falscher Regelung oder hydraulischen Problemen. Wärmepumpen-Kompass arbeitet ausschließlich mit qualifizierten Partnerbetrieben zusammen, die alle Schritte von der Planung über die Genehmigung bis zur Inbetriebnahme professionell begleiten.

11Zusatzfunktion Kühlung: Im Sommer angenehm temperiert

Ein oft unterschätzter Vorteil der Erdwärmepumpe ist die Möglichkeit zur passiven oder aktiven Kühlung im Sommer. Da das Erdreich ganzjährig kühler ist als die Raumtemperatur an heißen Tagen, kann diese natürliche Kälte zur Gebäudekühlung genutzt werden. Gerade in Zeiten zunehmender Hitzeperioden wird dieser Komfort immer wichtiger.

Bei der passiven Kühlung, auch Natural Cooling oder Geocooling genannt, wird die Wärmepumpe nicht aktiv betrieben. Stattdessen zirkuliert die kühle Sole durch einen Wärmetauscher und gibt ihre Kälte direkt an das Heizungswasser ab, das durch die Fußbodenheizung fließt. Der Raum wird sanft gekühlt, die Wärmepumpe selbst läuft nicht, nur die Umwälzpumpen verbrauchen Strom. Die Kühlleistung ist begrenzt (etwa 20 bis 40 Watt pro Quadratmeter Kollektorfläche), reicht aber oft aus, um an heißen Tagen 3 bis 5 Grad Raumtemperatur zu senken. Passive Kühlung ist sehr effizient, geräuschlos und verschleißfrei.

Bei der aktiven Kühlung wird die Wärmepumpe im Kühlmodus betrieben, der Kältekreislauf läuft umgekehrt: Wärme wird aus dem Gebäude entzogen und ins Erdreich abgeführt. Die Kühlleistung ist deutlich höher, vergleichbar mit einer Klimaanlage. Der Stromverbrauch ist ebenfalls höher, aber immer noch effizienter als bei Split-Klimageräten. Nicht jede Erdwärmepumpe bietet von Haus aus aktive Kühlung, oft muss dafür ein zusätzliches Kühlmodul oder ein reversibles Modell gewählt werden. Passive Kühlung ist bei den meisten Sole-Wasser-Wärmepumpen nachrüstbar oder ab Werk verfügbar.

Die Kühlfunktion ist besonders attraktiv für Niedrigenergie- und Passivhäuser mit großen Fensterflächen und hoher solarer Einstrahlung. Voraussetzung ist eine Flächenheizung (Fußboden, Wand oder Decke), über die die Kälte verteilt wird. Radiatoren sind für Kühlung ungeeignet. Die Investition für passive Kühlung beträgt meist 1.000 bis 2.000 Euro zusätzlich, für aktive Kühlung 2.000 bis 4.000 Euro. Bei der Planung sollte die Kühlung von Anfang an berücksichtigt werden, nachträgliche Integration ist aufwändiger.

FAQ

Häufige Fragen zur Erdwärmepumpe

Welche Nachteile hat eine Erdwärmepumpe?

Die Hauptnachteile sind die hohen Anschaffungskosten von 25.000 bis 40.000 Euro, der aufwändige Genehmigungsprozess und der große Platzbedarf bei Flächenkollektoren. Zudem sind Bohrungen in Wasserschutzzonen oft verboten, und die Installation dauert mehrere Wochen durch Genehmigung, Bohrung oder Erdarbeiten. Einmal installiert, können Erdsonden nicht mehr versetzt werden.

Was kostet eine 100 m Bohrung für Erdwärme?

Eine 100 Meter tiefe Bohrung kostet zwischen 5.000 und 8.000 Euro, also 50 bis 80 Euro pro Meter. Hinzu kommen Kosten für Sonde, Anbindung, Sole-Befüllung und Genehmigungen von etwa 2.000 bis 3.000 Euro. Für ein Einfamilienhaus sind meist zwei Sonden nötig, die Gesamtkosten für die Erschließung liegen dann bei 10.000 bis 16.000 Euro.

Für wen lohnt sich eine Erdwärmepumpe?

Eine Erdwärmepumpe lohnt sich für Bauherren und Sanierer mit großem Grundstück (ab 300 Quadratmeter), langer Nutzungsdauer (über 20 Jahre) und Flächenheizung. Ideal ist sie für Neubauten in ländlichen Regionen ohne Wasserschutzzonen, bei hohem Wert auf Effizienz (JAZ 4 bis 5) und niedrige Betriebskosten. Weniger geeignet ist sie bei kleinen Grundstücken, engen Budgets oder in Innenstadtlagen mit Genehmigungshürden.

Ist Erdwärme noch sinnvoll?

Ja, Erdwärme ist weiterhin eine der effizientesten und nachhaltigsten Heizmethoden mit Jahresarbeitszahlen von 4 bis 5 und stabiler Leistung auch im Winter. Dank staatlicher Förderung von bis zu 70 Prozent sind die hohen Anschaffungskosten deutlich erträglicher. Voraussetzung ist ein geeignetes Grundstück und eine erfolgreiche Genehmigung, dann amortisiert sich die Investition über niedrige Betriebskosten langfristig.

Was ist der Unterschied zwischen Erdsonde und Flächenkollektor?

Eine Erdsonde wird vertikal 50 bis 150 Meter tief gebohrt und benötigt nur wenige Quadratmeter Fläche, ist aber teurer und genehmigungsintensiver. Ein Flächenkollektor wird horizontal in 1,2 bis 1,5 Meter Tiefe verlegt, braucht 200 bis 400 Quadratmeter unversiegelte Fläche, ist dafür günstiger und einfacher genehmigt. Beide liefern ähnliche Effizienz, die Wahl hängt vom Grundstück ab.

Wie hoch ist die Jahresarbeitszahl einer Erdwärmepumpe?

Erdwärmepumpen erreichen in der Praxis typische Jahresarbeitszahlen (JAZ) von 4,0 bis 5,0, das heißt aus einer Kilowattstunde Strom werden 4 bis 5 Kilowattstunden Heizwärme. Im Vergleich dazu liegen Luftwärmepumpen meist bei JAZ 3,0 bis 4,0. Die hohe Effizienz resultiert aus der konstanten Erdreichtemperatur von 8 bis 12 Grad ganzjährig.

Brauche ich eine Genehmigung für eine Erdwärmepumpe?

Ja, Tiefenbohrungen für Erdsonden sind in allen Bundesländern wasser- und oft bergrechtlich genehmigungspflichtig. Flächenkollektoren benötigen meist nur eine Bauanzeige. In Wasserschutzzonen der Klassen I und II sind Bohrungen generell verboten, in Zone III oft eingeschränkt. Die Genehmigung dauert 4 bis 12 Wochen und erfordert Lageplan, geologisches Gutachten und Bohrkonzept.

Kann eine Erdwärmepumpe auch kühlen?

Ja, Erdwärmepumpen bieten passive Kühlung (Geocooling) ohne aktiven Betrieb der Wärmepumpe, indem die kühle Sole durch einen Wärmetauscher fließt und die Räume über die Fußbodenheizung sanft kühlt. Die Kühlleistung beträgt 20 bis 40 Watt pro Quadratmeter und senkt die Raumtemperatur um 3 bis 5 Grad. Aktive Kühlung mit höherer Leistung ist mit entsprechenden Modulen ebenfalls möglich.

Mehr Antworten? Auf der FAQ-Seite findest du alle Fragen zu Förderung, Kosten, Technik und Anbietern.

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