Solarthermie
Warmwasser von der Sonne.
Solarthermie liefert Wärme für Warmwasser und Heizung direkt vom Dach. Was sie kostet, welche Förderung es gibt und wann sie sich gegenüber Photovoltaik lohnt.
- bis 60 %
- des Warmwassers solar
- 20+ Jahre
- Lebensdauer der Kollektoren
- BEG
- staatlich gefördert

bis 60 %
Warmwasser solar gedeckt
Grundlagen
Wärme direkt von der Sonne
Solarthermie wandelt Sonnenlicht über Kollektoren auf dem Dach direkt in Wärme um. Diese Wärme nutzt du für warmes Wasser und, bei größeren Anlagen, zur Unterstützung deiner Heizung.
Anders als Photovoltaik, die Strom erzeugt, liefert Solarthermie also Wärme. Beide Technologien schließen sich nicht aus, decken aber unterschiedliche Bedürfnisse ab.
- Warmwasser direkt von der Sonne
- Optional mit Heizungsunterstützung
- Sehr geringe Betriebskosten
Kosten
Niedriger fünfstelliger Bereich
Eine Anlage zur Warmwasserbereitung liegt meist im niedrigen fünfstelligen Bereich, mit Heizungsunterstützung höher. Die laufenden Kosten sind gering, weil die Sonne kostenlos liefert.
Förderung
Über die BEG bezuschusst
Solarthermie wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude gefördert, besonders attraktiv zusammen mit einem Heizungstausch. Mehr dazu auf der Seite Förderung.
Direkter Vergleich
Solarthermie vs. Photovoltaik.
Beide nutzen die Sonne, aber für Unterschiedliches. So schlagen sie sich je Kriterium.
Liefert Wärme
SolarthermiePhotovoltaikLiefert Strom
SolarthermiePhotovoltaikFörderung & Flexibilität
SolarthermiePhotovoltaikKleine Dachfläche
SolarthermiePhotovoltaikKombi mit Wärmepumpe
SolarthermiePhotovoltaik
Fazit: Für reines Warmwasser ist Solarthermie stark. Wer Wärmepumpe und Haushalt mit eigenem Strom versorgen will, fährt mit Photovoltaik flexibler.
Solarthermie: Systeme, Kosten und Planung
Solarthermie nutzt Sonnenwärme, um Warmwasser zu erzeugen und optional die Heizung zu unterstützen. Eine typische Anlage für ein Einfamilienhaus besteht aus 4 bis 6 Quadratmeter Kollektorfläche für Warmwasser oder 10 bis 15 Quadratmeter bei Heizungsunterstützung, kombiniert mit einem Pufferspeicher. Die Investition liegt zwischen 5.000 und 12.000 Euro, staatliche Förderung deckt bis zu 30 Prozent der Kosten ab.
01Wie Solarthermie funktioniert und welche Systemarten es gibt
Solarthermieanlagen fangen Sonnenstrahlung auf dem Dach ein und wandeln sie in Wärme um. Kollektoren erhitzen eine frostsichere Solarflüssigkeit, die durch ein Rohrsystem zum Wärmespeicher im Gebäude fließt. Dort überträgt ein Wärmetauscher die Energie an das Trinkwasser oder das Heizungswasser. Anders als Photovoltaik, die Strom erzeugt, liefert Solarthermie ausschließlich Wärme.
Die zwei Hauptsystemarten unterscheiden sich nach Einsatzzweck. Warmwasseranlagen decken von Frühjahr bis Herbst den gesamten Warmwasserbedarf und im Winter einen Teil davon. Anlagen mit Heizungsunterstützung speisen zusätzlich Energie in den Heizkreislauf ein und benötigen größere Kollektorflächen und Pufferspeicher. Beide Varianten lassen sich mit Gas-, Öl- oder Biomassekesseln sowie mit Wärmepumpen kombinieren, um die Laufzeit und den Energieverbrauch der Hauptheizung zu senken.
Flachkollektoren sind die häufigste Bauform. Sie bestehen aus einem wärmegedämmten Gehäuse mit Glasabdeckung und erreichen Wirkungsgrade von 60 bis 80 Prozent. Röhrenkollektoren mit Vakuumisolierung arbeiten effizienter, kosten aber 30 bis 50 Prozent mehr und lohnen sich vor allem bei begrenzter Dachfläche oder ungünstiger Ausrichtung. Für reine Warmwasseranlagen reichen Flachkollektoren in den meisten Fällen aus.
Gut zu wissen
Solarthermie wandelt Sonnenlicht direkt in Wärme um, Photovoltaik erzeugt elektrischen Strom. Eine Solarthermieanlage für Warmwasser benötigt 1 bis 1,5 Quadratmeter Kollektorfläche pro Person.
02Warmwasser, Heizungsunterstützung und Speichergrößen im Vergleich
Reine Warmwasseranlagen sind die einfachste und kostengünstigste Lösung. Sie decken in den Sommermonaten 100 Prozent des Warmwasserbedarfs und im Jahresschnitt etwa 60 Prozent. Der Pufferspeicher fasst typischerweise 300 bis 500 Liter und reicht für einen Haushalt mit drei bis fünf Personen. Die Kollektorfläche liegt zwischen 4 und 6 Quadratmetern, die Investition beginnt bei rund 5.000 Euro.
Kombi-Anlagen mit Heizungsunterstützung liefern zusätzlich Energie für Raumheizung. Sie senken den Brennstoff- oder Stromverbrauch der Hauptheizung um 20 bis 30 Prozent im Jahr. Dafür braucht die Anlage 10 bis 15 Quadratmeter Kollektorfläche und einen Kombispeicher mit 800 bis 1.500 Litern Volumen. Die Mehrkosten gegenüber einer reinen Warmwasseranlage betragen 3.000 bis 6.000 Euro.
Die Speichergröße bestimmt, wie viel Sonnenwärme die Anlage vorhalten kann. Zu kleine Puffer führen dazu, dass die Kollektoren an sonnigen Tagen abschalten, weil der Speicher voll ist. Zu große Speicher kühlen über Nacht stärker ab und verschlechtern die Effizienz. Als Faustregel gelten 50 bis 80 Liter Speichervolumen pro Quadratmeter Kollektorfläche bei reinen Warmwasseranlagen und 50 bis 100 Liter pro Quadratmeter bei Heizungsunterstützung.
| Systemart | Kollektorfläche | Speichervolumen | Deckungsgrad |
|---|---|---|---|
| Warmwasser (3 bis 4 Personen) | 4 bis 6 m² | 300 bis 400 Liter | 60% Warmwasser pro Jahr |
| Warmwasser (5 bis 6 Personen) | 6 bis 8 m² | 400 bis 500 Liter | 60% Warmwasser pro Jahr |
| Heizungsunterstützung (EFH 120 m²) | 10 bis 15 m² | 800 bis 1.000 Liter | 20 bis 25% Heizenergie |
| Heizungsunterstützung (EFH 150 m²) | 12 bis 18 m² | 1.000 bis 1.500 Liter | 15 bis 20% Heizenergie |
03Kosten, Wirtschaftlichkeit und Amortisation
Eine schlüsselfertige Warmwasseranlage mit Flachkollektoren kostet für ein Einfamilienhaus zwischen 5.000 und 8.000 Euro. Darin enthalten sind Kollektoren, Speicher, Solarstation mit Pumpe und Regelung sowie die Installation. Röhrenkollektoren erhöhen die Investition um 1.000 bis 2.000 Euro. Anlagen mit Heizungsunterstützung liegen bei 9.000 bis 12.000 Euro, in Einzelfällen bis 15.000 Euro bei großen Dachflächen oder komplexer Hydraulik.
Die Betriebskosten bleiben überschaubar. Wartung und Versicherung schlagen mit 50 bis 100 Euro pro Jahr zu Buche. Nach 10 bis 15 Jahren kann ein Austausch der Solarstation oder der Pumpe nötig werden, Kosten dafür liegen bei 300 bis 600 Euro. Die Kollektoren selbst halten 20 bis 25 Jahre, der Speicher etwa 15 bis 20 Jahre. Über die gesamte Lebensdauer gerechnet spart eine Warmwasseranlage rund 3.000 bis 5.000 Euro Energiekosten, bei Heizungsunterstützung 5.000 bis 8.000 Euro.
Die Amortisationszeit hängt stark von den eingesparten Energiekosten ab. Bei Ersatz von Erdgas amortisiert sich eine Warmwasseranlage nach 12 bis 18 Jahren, bei Heizöl oder Flüssiggas früher. Solarthermie rechnet sich vor allem dann, wenn die Hauptheizung einen teuren Energieträger nutzt oder wenn du ohnehin das Dach sanierst und die Montagekosten sinken. In Kombination mit einer Wärmepumpe verlängert sich die Amortisationszeit, weil Strom aus der Wärmepumpe günstiger ist als fossile Brennstoffe.
| Kostenposition | Warmwasser | Heizungsunterstützung |
|---|---|---|
| Kollektoren (Flach) | 1.500 bis 2.500 € | 3.000 bis 5.000 € |
| Speicher | 1.200 bis 1.800 € | 2.000 bis 3.500 € |
| Solarstation, Regelung, Rohre | 800 bis 1.200 € | 1.200 bis 1.800 € |
| Montage und Installation | 1.500 bis 2.500 € | 2.500 bis 3.500 € |
| Gesamtinvestition | 5.000 bis 8.000 € | 9.000 bis 12.000 € |
Gut zu wissen
Eine Solarthermieanlage für Warmwasser kostet schlüsselfertig 5.000 bis 8.000 Euro und amortisiert sich nach 12 bis 18 Jahren bei Ersatz von Erdgas oder Heizöl.
Was lohnt sich für dein Haus?
Heizlast, passender Typ und Förderhöhe in 60 Sekunden. Kostenlos und unverbindlich.
04Staatliche Förderung und Zuschüsse 2026
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert Solarthermieanlagen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Der Basiszuschuss für eine neue Solarthermieanlage liegt bei 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Förderfähig sind Kollektoren, Speicher, Solarstation, Regelung, Rohrleitungen und Montage. Auch der Austausch eines alten Speichers gegen einen größeren wird bezuschusst.
Den Antrag stellst du vor Vertragsschluss mit dem Installateur über das Online-Portal des BAFA. Nach Bewilligung hast du 24 Monate Zeit für die Umsetzung. Die Anlage muss das europäische Zertifikat Solar Keymark tragen und von einem Fachbetrieb installiert werden. Eine hydraulische Einbindung mit ineffizienten Vorrangschaltungen oder fehlender Regelung kann zur Ablehnung führen.
Einige Bundesländer und Kommunen bieten zusätzliche Landesprogramme oder Zuschüsse für solarthermische Anlagen. Diese lassen sich mit der BAFA-Förderung kombinieren, solange die Summe aller Zuschüsse 100 Prozent der Kosten nicht überschreitet. Regionale Programme ändern sich häufig, daher lohnt ein Blick auf die Website deiner Stadt oder Gemeinde vor der Antragstellung.
- BAFA-Basiszuschuss: 30 Prozent der förderfähigen Kosten
- Maximale Fördersumme: keine Obergrenze bei Wohngebäuden
- Antrag vor Vertragsschluss online beim BAFA einreichen
- Solar-Keymark-Zertifikat für Kollektoren und Speicher erforderlich
- Installation durch Fachbetrieb mit Sachkundenachweis Solarthermie
- Kombination mit Landes- oder Kommunalförderung möglich
Gut zu wissen
Die BAFA-Förderung erstattet 30 Prozent der Kosten für Solarthermieanlagen. Bei 8.000 Euro Investition erhältst du 2.400 Euro Zuschuss, der Eigenanteil sinkt auf 5.600 Euro.
05Dimensionierung: Kollektorfläche und Haushaltsgröße
Die richtige Kollektorfläche hängt vom Warmwasserbedarf und der gewünschten Deckungsrate ab. Für reine Warmwasseranlagen rechnest du 1 bis 1,5 Quadratmeter Flachkollektor pro Person. Ein Vier-Personen-Haushalt benötigt also 4 bis 6 Quadratmeter. Größere Flächen bringen kaum Mehrertrag, weil der Speicher im Sommer häufiger voll ist und die Kollektoren in Stagnation gehen.
Bei Heizungsunterstützung orientiert sich die Fläche an der Wohnfläche und dem Dämmstandard. Gut gedämmte Neubauten mit Fußbodenheizung kommen mit 0,05 bis 0,08 Quadratmeter Kollektor pro Quadratmeter Wohnfläche aus. Ein Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern braucht dann 7 bis 11 Quadratmeter Kollektorfläche. Altbauten mit Radiatoren und höheren Vorlauftemperaturen benötigen 0,08 bis 0,12 Quadratmeter pro Quadratmeter Wohnfläche, also 11 bis 17 Quadratmeter bei 140 Quadratmeter Wohnfläche.
Überdimensionierung verschlechtert die Wirtschaftlichkeit. Zu große Anlagen produzieren im Sommer Überschusswärme, die nicht genutzt werden kann. Die Kollektoren erreichen dann Temperaturen über 200 Grad, die Solarflüssigkeit verdampft und der Druck im System steigt. Moderne Anlagen schalten in diesem Stillstand automatisch ab, aber häufige Stagnation verkürzt die Lebensdauer der Solarflüssigkeit und belastet die Komponenten.
| Haushaltsgröße / Gebäude | Warmwasser Kollektorfläche | Heizung Kollektorfläche | Speichervolumen |
|---|---|---|---|
| 1 bis 2 Personen | 2 bis 3 m² | entfällt | 200 bis 300 Liter |
| 3 bis 4 Personen | 4 bis 6 m² | 10 bis 12 m² | 300 bis 400 Liter / 800 bis 1.000 Liter |
| 5 bis 6 Personen | 6 bis 8 m² | 12 bis 15 m² | 400 bis 500 Liter / 1.000 bis 1.200 Liter |
| EFH 140 m² (Neubau) | entfällt | 7 bis 11 m² | 800 bis 1.000 Liter |
| EFH 140 m² (Altbau) | entfällt | 11 bis 17 m² | 1.000 bis 1.500 Liter |

06Dacheignung, Ausrichtung und Neigungswinkel
Süddächer mit 30 bis 45 Grad Neigung sind ideal für Solarthermie. Sie liefern ganzjährig den höchsten Ertrag und nutzen die flache Wintersonne optimal. Abweichungen nach Südost oder Südwest verringern den Jahresertrag um 5 bis 10 Prozent, sind aber problemlos möglich. Ost- oder Westdächer bringen etwa 20 bis 25 Prozent weniger Ertrag, können aber sinnvoll sein, wenn die Südseite verschattet oder zu klein ist.
Die Dachneigung beeinflusst den Wirkungsgrad. Flachere Dächer mit 20 bis 30 Grad eignen sich besser für Heizungsunterstützung, weil sie im Frühjahr und Herbst mehr Strahlung einfangen. Steilere Dächer mit 45 bis 60 Grad sind ideal für Warmwasseranlagen, weil sie im Sommer bei hochstehender Sonne weniger Überschüsse produzieren und im Winter mehr Ertrag liefern. Auf Flachdächern kannst du Kollektoren mit Aufständerungen optimal ausrichten, allerdings erhöhen sich die Montagekosten um 500 bis 1.000 Euro.
Verschattung ist der größte Ertragskiller. Schon der Schatten eines Schornsteins oder eines nahen Baums kann den Ertrag um 30 bis 50 Prozent mindern, weil alle Kollektoren in einem Strang hydraulisch verbunden sind. Eine präzise Verschattungsanalyse vor der Planung ist daher unverzichtbar. Viele Installateure nutzen dafür Smartphone-Apps oder Solarpathfinder, die den Sonnenverlauf über das ganze Jahr simulieren.
- Optimale Ausrichtung: Süd, Neigung 30 bis 45 Grad
- Südost oder Südwest: 5 bis 10 Prozent Ertragsverlust
- Ost oder West: 20 bis 25 Prozent Ertragsverlust
- Norddächer: nicht empfohlen, unter 50 Prozent des Süddachertrags
- Flachdach: Aufständerung möglich, Neigung 20 bis 45 Grad
- Verschattungsanalyse vor Installation zwingend erforderlich
07Solarthermie in Kombination mit Wärmepumpen
Die Kombination von Solarthermie und Wärmepumpe wird kontrovers diskutiert. Beide Systeme konkurrieren um dieselbe Aufgabe und die Wärmepumpe arbeitet im Sommer ohnehin mit hoher Effizienz. Wenn die Solarthermie den Warmwasserbedarf deckt, steht die Wärmepumpe still und die Investition in beide Systeme erhöht sich. Dennoch gibt es Konstellationen, in denen die Kombination Sinn ergibt.
Solarthermie kann die Laufzeit der Wärmepumpe reduzieren und deren Verschleiß verringern. Im Sommer übernimmt die Solaranlage die gesamte Warmwasserbereitung, die Wärmepumpe bleibt aus. Das senkt den Stromverbrauch um 300 bis 600 Kilowattstunden pro Jahr, je nach Haushaltsgröße. Bei einem Strompreis von 30 bis 35 Cent pro Kilowattstunde sparst du 90 bis 210 Euro jährlich. Die Amortisationszeit der Solarthermie verlängert sich dadurch auf 20 bis 30 Jahre.
Sinnvoller ist die Kombination bei Bestandsgebäuden mit vorhandener Solarthermie, wenn du nachträglich eine Wärmepumpe einbauen willst. Dann kannst du die Solaranlage weiter nutzen und die Wärmepumpe hydraulisch so einbinden, dass sie nur bei unzureichender Solarleistung zuschaltet. Bei Neubauten oder Komplettsanierungen ist eine reine Wärmepumpenlösung mit Photovoltaik wirtschaftlich meist die bessere Wahl, weil PV-Strom sowohl Wärmepumpe als auch Haushaltsgeräte versorgt und höhere Autarkiegrade ermöglicht.
Gut zu wissen
Solarthermie spart in Kombination mit einer Wärmepumpe 300 bis 600 kWh Strom pro Jahr für Warmwasser. Bei Neubauten ist Photovoltaik mit Wärmepumpe wirtschaftlich meist überlegen.
08Photovoltaik oder Solarthermie: Welches System passt besser?
Photovoltaik (PV) erzeugt Strom, Solarthermie liefert Wärme. PV-Anlagen sind vielseitiger, weil der Strom Haushalt, E-Auto und Wärmepumpe versorgen kann. Eine typische PV-Anlage mit 10 Kilowattpeak kostet 12.000 bis 18.000 Euro und produziert 9.000 bis 11.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Davon kannst du 30 bis 40 Prozent selbst nutzen, der Rest fließt ins Netz und wird vergütet. Die Amortisationszeit liegt bei 10 bis 14 Jahren.
Solarthermie ist auf Wärme spezialisiert und liefert im Sommer mehr nutzbare Energie pro Quadratmeter Dachfläche. Ein Quadratmeter Kollektor erzeugt 400 bis 600 Kilowattstunden Wärme pro Jahr, ein Quadratmeter PV-Modul etwa 180 bis 220 Kilowattstunden Strom. Wenn deine Dachfläche begrenzt ist und du vor allem Warmwasser brauchst, kann Solarthermie die effizientere Lösung sein. Hast du genug Dachfläche für beides, empfehlen Experten meist PV, weil du den Strom universeller einsetzen kannst.
In der Praxis kombinieren immer mehr Haushalte beide Systeme. PV deckt den Strombedarf und speist eine Wärmepumpe, Solarthermie liefert zusätzlich Wärme im Sommer. Diese Hybridlösung ergibt Sinn bei großen Dächern, hohem Warmwasserbedarf oder wenn du maximale Autarkie anstrebst. Allerdings steigen Investition und Komplexität, die Planung erfordert eine sorgfältige hydraulische und elektrische Abstimmung.
| Kriterium | Solarthermie | Photovoltaik |
|---|---|---|
| Energieform | Wärme (Warmwasser, Heizung) | Elektrischer Strom |
| Ertrag pro m² | 400 bis 600 kWh/Jahr | 180 bis 220 kWh/Jahr |
| Investition EFH | 5.000 bis 12.000 € | 12.000 bis 18.000 € |
| Einsatzbereiche | Warmwasser, Heizung | Haushalt, E-Auto, Wärmepumpe |
| Amortisationszeit | 12 bis 20 Jahre | 10 bis 14 Jahre |
| Förderung 2026 | BAFA 30% | Keine direkte Förderung |
09Installation, Inbetriebnahme und Abnahme
Die Installation einer Solarthermieanlage dauert in der Regel zwei bis drei Tage. Am ersten Tag montiert der Installateur die Kollektoren auf dem Dach und befestigt sie mit Dachhaken oder Schienensystemen. Dabei ist die Dachabdichtung besonders kritisch, undichte Durchführungen führen später zu Wasserschäden. Die Rohrleitungen verlaufen vom Dach durch Wand oder Dachboden zum Speicher im Keller oder Technikraum.
Am zweiten Tag baut der Fachbetrieb Speicher, Solarstation und Regelung ein. Die Solarstation enthält Pumpe, Wärmetauscher, Durchflussmesser und Sicherheitsventile. Sie steuert den Kreislauf so, dass Wärme nur dann vom Kollektor zum Speicher fließt, wenn der Kollektor wärmer ist als der Speicher. Die Regelung misst dazu Temperaturen an mehreren Stellen und schaltet die Pumpe automatisch ein oder aus.
Nach dem hydraulischen Anschluss füllt der Installateur das System mit einer Mischung aus Wasser und Frostschutzmittel, meist Propylenglykol. Die Entlüftung ist wichtig, weil Luftblasen die Zirkulation behindern und den Ertrag mindern. Abschließend prüft der Fachbetrieb die Funktion, dokumentiert die Druckprobe und weist dich in die Bedienung ein. Ein Abnahmeprotokoll hält alle Messwerte und die korrekte Installation fest und ist Voraussetzung für die BAFA-Förderung.
- Dauer: 2 bis 3 Tage für ein Einfamilienhaus
- Dachdurchführungen müssen professionell abgedichtet werden
- Solarstation mit Pumpe, Regelung und Sicherheitsgruppe im Technikraum
- Befüllung mit Wasser-Glykol-Gemisch (frostsicher bis minus 25 bis minus 30 Grad)
- Entlüftung des Systems zur Vermeidung von Luftblasen
- Abnahmeprotokoll und Einweisung für BAFA-Förderung erforderlich
10Wartung, Betrieb und typische Probleme
Solarthermieanlagen sind weitgehend wartungsarm. Einmal jährlich sollte ein Fachbetrieb die Anlage prüfen, Druck und Füllstand der Solarflüssigkeit kontrollieren und die Funktion der Pumpe und Regelung testen. Die Wartungskosten liegen bei 80 bis 150 Euro pro Jahr. Zusätzlich empfiehlt sich eine Sichtprüfung der Kollektoren auf Verschmutzung, Beschädigung oder Verfärbung.
Die Solarflüssigkeit altert durch UV-Strahlung und hohe Temperaturen bei Stagnation. Nach 8 bis 12 Jahren sollte sie ausgetauscht werden, um Ablagerungen und Korrosion zu vermeiden. Der Austausch kostet 200 bis 400 Euro. Die Umwälzpumpe hält etwa 10 bis 15 Jahre, moderne Hocheffizienzpumpen verbrauchen nur noch 5 bis 15 Watt und sind in wenigen Stunden getauscht.
Häufige Probleme sind Druckverlust durch kleine Leckagen, Lufteinschlüsse nach dem Befüllen oder Fehlfunktionen der Regelung. Wenn die Anlage keinen Ertrag liefert, obwohl die Sonne scheint, ist oft der Temperaturfühler defekt oder falsch platziert. Vereiste Kollektoren im Winter sind normal und kein Defekt, sie tauen bei Sonneneinstrahlung oder steigenden Außentemperaturen von selbst ab. Ein guter Installateur bietet Fernüberwachung per App an, damit Störungen sofort erkannt werden.
11Lebensdauer, Rückbau und Recycling
Hochwertige Flachkollektoren halten 20 bis 25 Jahre, in Einzelfällen auch länger. Die Glasabdeckung ist robust gegen Hagel und Witterung, das Absorberblech aus Kupfer oder Aluminium korrodiert kaum. Röhrenkollektoren haben eine ähnliche Lebensdauer, einzelne Vakuumröhren können bei Bruch ausgetauscht werden. Der Speicher hält je nach Bauart und Wasserqualität 15 bis 20 Jahre, danach machen Korrosion oder Kalkablagerungen einen Austausch nötig.
Die Solarstation und Regelung sind nach 15 bis 20 Jahren technisch veraltet, funktionieren aber meist noch. Pumpen und Ausdehnungsgefäße verschleißen früher und sollten nach 10 bis 15 Jahren vorsorglich erneuert werden. Die Gesamtlebensdauer der Anlage liegt damit bei 20 bis 25 Jahren, danach lohnt meist ein Komplettaustausch mit moderneren, effizienteren Komponenten.
Beim Rückbau lassen sich fast alle Materialien recyceln. Kollektoren enthalten Glas, Kupfer und Aluminium, alles wertvolle Sekundärrohstoffe. Der Speicher besteht aus Stahl, die Dämmung aus Polyurethan-Schaum. Die Entsorgung über zertifizierte Fachbetriebe kostet 200 bis 400 Euro. Viele Hersteller nehmen alte Anlagen zurück oder vermitteln Entsorgungspartner, die Verwertungsquoten liegen bei über 90 Prozent.
- Kollektoren: 20 bis 25 Jahre Lebensdauer
- Speicher: 15 bis 20 Jahre, abhängig von Wasserqualität
- Pumpen und Regelung: 10 bis 15 Jahre
- Solarflüssigkeit: Austausch alle 8 bis 12 Jahre
- Verwertungsquote beim Recycling über 90 Prozent
- Entsorgungskosten: 200 bis 400 Euro für komplette Anlage
Kostenlos & unverbindlich
Wärme clever kombinieren
Der kostenlose Wärmepumpen-Check zeigt dir, welche Lösung zu deinem Haus passt. Solarthermie und Photovoltaik denkst du gleich mit.
21.000 €
max. Förderung
70 %
Zuschuss möglich
60 Sek.
bis zur Einschätzung

