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Vergleich

Solarthermie oder Photovoltaik?

Beide nutzen die Sonne, aber für Unterschiedliches: Solarthermie liefert Wärme, Photovoltaik liefert Strom. Hier siehst du Kosten, Effizienz pro Quadratmeter und wann sich was lohnt, gerade in Kombination mit einer Wärmepumpe.

Wärme
Solarthermie
Strom
Photovoltaik
mit WP
meist PV im Vorteil

Solarthermie vs Photovoltaik im Detail

Redaktionell geprüft· Wärmepumpen-Kompass-Redaktion· Stand Juni 2026

Solarthermie oder Photovoltaik? Diese Frage stellt sich bei jeder Dachsanierung und Heizungsmodernisierung neu. Während Solarthermie die Sonnenstrahlung direkt in Wärme für Heizung und Warmwasser umwandelt, erzeugt Photovoltaik elektrischen Strom, der vielfältig nutzbar ist und sich besonders gut mit Wärmepumpen kombinieren lässt. Die Entscheidung hängt von deinem Energiebedarf, der verfügbaren Dachfläche und deiner langfristigen Energiestrategie ab.

01Der grundlegende Unterschied: Wärme oder Strom vom Dach

Solarthermie und Photovoltaik nutzen beide die Sonnenenergie, wandeln sie jedoch auf völlig unterschiedliche Weise um. Solarthermieanlagen arbeiten mit Kollektoren, die von einer Wärmeträgerflüssigkeit durchströmt werden. Diese Flüssigkeit erwärmt sich durch die Sonneneinstrahlung und gibt die Wärme über einen Wärmetauscher an einen Pufferspeicher ab. Von dort steht die thermische Energie für Warmwasser oder die Heizungsunterstützung bereit.

Photovoltaikanlagen hingegen bestehen aus Solarmodulen mit Solarzellen, die Sonnenlicht in elektrischen Gleichstrom umwandeln. Ein Wechselrichter macht daraus nutzbaren Wechselstrom für den Haushalt. Der erzeugte Strom kann direkt verbraucht, in einem Batteriespeicher zwischengelagert oder ins öffentliche Netz eingespeist werden. Diese elektrische Energie ist deutlich flexibler einsetzbar als thermische Energie und lässt sich für alle Stromverbraucher im Haushalt nutzen, von der Waschmaschine bis zur Wärmepumpe.

Der physikalische Unterschied hat weitreichende Folgen für die Systemplanung: Wärme lässt sich nur begrenzt und mit Verlusten speichern, während Strom bei Bedarf auch über Batterie oder Netzeinspeisung verteilt werden kann. Zudem ist Strom die universellere Energieform, denn er kann bei Bedarf auch in Wärme umgewandelt werden, der umgekehrte Weg ist technisch aufwendig und ineffizient.

MerkmalSolarthermiePhotovoltaik
EnergieformThermische Energie (Wärme)Elektrische Energie (Strom)
HauptkomponentenKollektoren, Wärmetauscher, Pufferspeicher, PumpenSolarmodule, Wechselrichter, optional Batteriespeicher
Wirkungsgrad Modul60 bis 75 Prozent thermisch18 bis 22 Prozent elektrisch
NutzungWarmwasser, HeizungsunterstützungAlle Stromverbraucher, Elektromobilität, Wärmepumpe
SpeicherungPufferspeicher (Stunden bis Tage)Batteriespeicher oder Netzeinspeisung
FlexibilitätNur für WärmebedarfUniversell für alle elektrischen Anwendungen

Gut zu wissen

Solarthermie erreicht zwar einen höheren thermischen Wirkungsgrad von 60 bis 75 Prozent, doch Photovoltaik liefert die flexiblere Energieform: Strom lässt sich für alle Anwendungen nutzen, während Wärme nur direkt für Heizung und Warmwasser verwendbar ist.

02Kosten und Flächeneffizienz: Was bringt ein Quadratmeter Dachfläche

Bei begrenzter Dachfläche zählt jeder Quadratmeter. Die Investitionskosten für Solarthermie liegen 2026 bei etwa 4.000 bis 6.000 Euro für eine typische Anlage zur Warmwasserbereitung (4 bis 6 Quadratmeter Kollektorfläche) und bei 8.000 bis 12.000 Euro für eine Kombianlage mit Heizungsunterstützung (10 bis 15 Quadratmeter). Pro Quadratmeter Kollektorfläche kannst du mit 600 bis 900 Euro rechnen, inklusive Speicher und Installation.

Photovoltaikanlagen kosten heute etwa 1.400 bis 1.800 Euro pro installiertem Kilowatt Peak (kWp). Für ein typisches Einfamilienhaus mit 8 bis 10 kWp Leistung ergeben sich Gesamtkosten von 12.000 bis 18.000 Euro. Pro Quadratmeter Modulfläche entspricht das etwa 180 bis 250 Euro, da moderne Module auf einem Quadratmeter rund 200 Watt Peak leisten. Der große Unterschied: PV-Anlagen skalieren sehr gut, größere Anlagen werden pro kWp günstiger.

Die energetische Ausbeute unterscheidet sich deutlich: Ein Quadratmeter Solarthermie liefert in Deutschland etwa 400 bis 500 kWh thermische Energie pro Jahr. Ein Quadratmeter Photovoltaik erzeugt dagegen nur rund 180 bis 220 kWh elektrischen Strom jährlich. Auf den ersten Blick scheint Solarthermie überlegen, doch der erzeugte Strom hat einen höheren Wert. Strom aus dem Netz kostet dich aktuell 30 bis 40 Cent pro kWh, während die eingesparte Wärmeenergie bei Gas oder Öl nur etwa 8 bis 12 Cent pro kWh wert ist.

Rechnet man den wirtschaftlichen Nutzen pro Quadratmeter, ergibt sich ein differenzierteres Bild: Ein Quadratmeter Photovoltaik spart bei einem Eigenverbrauchsanteil von 30 Prozent etwa 20 bis 25 Euro Stromkosten pro Jahr, zuzüglich rund 10 bis 12 Euro Einspeisevergütung. Ein Quadratmeter Solarthermie ersetzt thermische Energie im Wert von etwa 32 bis 60 Euro pro Jahr, je nach Nutzungsgrad und konventionellem Energieträger. Die tatsächliche Wirtschaftlichkeit hängt jedoch stark vom individuellen Verbrauchsprofil und der Systemeinbindung ab.

VergleichsgrößeSolarthermiePhotovoltaik
Investition pro m²600 bis 900 Euro180 bis 250 Euro
Energieertrag pro m² und Jahr400 bis 500 kWh thermisch180 bis 220 kWh elektrisch
Wirtschaftlicher Wert pro m² und Jahr32 bis 60 Euro30 bis 37 Euro
Amortisationszeit15 bis 25 Jahre10 bis 15 Jahre
Lebensdauer20 bis 25 Jahre25 bis 30 Jahre

Gut zu wissen

Pro Quadratmeter Dachfläche ist Photovoltaik in der Anschaffung deutlich günstiger (180 bis 250 Euro) als Solarthermie (600 bis 900 Euro), und die Amortisationszeit liegt mit 10 bis 15 Jahren meist kürzer.

03Wann lohnt sich Solarthermie?

Solarthermie hat ihre Stärken in spezifischen Anwendungsfällen. Sie eignet sich besonders gut, wenn bereits eine funktionsfähige Gas- oder Ölheizung vorhanden ist und diese kostengünstig unterstützt werden soll. Gerade bei Warmwasserbereitung kann Solarthermie im Sommer den Heizkessel komplett ersetzen und so die Brennerlaufzeit deutlich reduzieren. In den Sommermonaten lassen sich 60 bis 100 Prozent des Warmwasserbedarfs solar decken.

Besonders wirtschaftlich wird Solarthermie bei hohem Warmwasserbedarf, etwa in Haushalten mit vielen Bewohnern oder bei gewerblichen Anwendungen wie Hotels, Pflegeheimen oder Sporteinrichtungen. Auch bei Mehrfamilienhäusern mit zentraler Warmwasserbereitung kann sich eine größere Solarthermieanlage rechnen, da die spezifischen Kosten mit der Anlagengröße sinken und die Wärme direkt vor Ort genutzt wird.

Ein weiterer Vorteil zeigt sich, wenn die Dachfläche für eine wirtschaftliche PV-Anlage nicht ausreicht oder durch Verschattung, ungünstige Ausrichtung oder Denkmalschutzauflagen eingeschränkt ist. In solchen Fällen kann eine kompakte Solarthermieanlage mit ihrem höheren thermischen Wirkungsgrad auf kleiner Fläche einen spürbaren Beitrag zur Energieversorgung leisten.

  • Hoher Warmwasserbedarf durch viele Bewohner oder gewerbliche Nutzung
  • Bestehende, gut funktionierende Gas- oder Ölheizung, die ergänzt werden soll
  • Begrenzte Dachfläche mit hohem Wärmebedarf
  • Keine Möglichkeit zur Elektrifizierung der Wärmeversorgung
  • Sehr gute Südausrichtung und optimale Dachneigung für Kollektoren
  • Mehrfamilienhaus mit zentraler Warmwasserbereitung

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04Wann lohnt sich Photovoltaik?

Photovoltaik ist 2026 für die meisten Eigenheimbesitzer die wirtschaftlichere und zukunftssicherere Wahl. Die Anschaffungskosten sind gesunken, die Technik ist ausgereift, und die Flexibilität des erzeugten Stroms übertrifft jede thermische Lösung. Besonders attraktiv wird PV, wenn du den Eigenverbrauch durch intelligente Verbraucher erhöhen kannst: Wärmepumpe, Elektroauto, Durchlauferhitzer oder Klimageräte nutzen den selbst erzeugten Strom direkt.

Die Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe gilt aktuell als das zukunftsfähigste Heizsystem für Neubauten und sanierte Bestandsgebäude. Der PV-Strom deckt einen Teil des Wärmepumpenbedarfs, was die Betriebskosten spürbar senkt und die Unabhängigkeit vom Stromnetz erhöht. Mit einem Batteriespeicher lässt sich der Eigenverbrauch auf 60 bis 80 Prozent steigern, ohne Speicher liegt er typischerweise bei 25 bis 35 Prozent.

Auch wenn du mittelfristig ein Elektroauto anschaffen möchtest, spricht alles für Photovoltaik. Eine durchschnittliche Fahrleistung von 15.000 Kilometern pro Jahr entspricht etwa 2.500 bis 3.000 kWh Strombedarf, die eine entsprechend dimensionierte PV-Anlage problemlos mitliefern kann. Jede Kilowattstunde, die nicht aus dem Netz bezogen werden muss, spart aktuell 30 bis 40 Cent.

  • Neubau oder umfassende Sanierung mit moderner Wärmeversorgung
  • Einsatz einer Wärmepumpe zur Heizung und Warmwasserbereitung
  • Elektroauto vorhanden oder geplant
  • Ausreichend Dachfläche für eine leistungsfähige Anlage verfügbar
  • Hoher Stromverbrauch im Haushalt
  • Interesse an maximaler Energieautarkie und langfristiger Kostensicherheit
  • Möglichkeit zur Installation eines Batteriespeichers

05Die Kombination: Solarthermie und Photovoltaik gemeinsam nutzen

Grundsätzlich lassen sich Solarthermie und Photovoltaik auf einem Dach kombinieren. Diese Lösung kann sinnvoll sein, wenn ausreichend Dachfläche vorhanden ist und sowohl ein hoher Wärmebedarf als auch ein hoher Strombedarf besteht. In der Praxis findet man solche Kombinationen häufig bei größeren Wohngebäuden, landwirtschaftlichen Betrieben oder Gewerbeobjekten.

Allerdings gilt die Faustregel: Bei begrenzter Dachfläche hat Photovoltaik meist Vorrang, da sie die vielseitigere Energieform liefert und sich wirtschaftlich besser rechnet. Jeder Quadratmeter, der für Solarthermie genutzt wird, fehlt für zusätzliche PV-Module. Und mit ausreichend PV-Leistung kannst du auch die Wärmeerzeugung elektrifizieren, etwa über eine Wärmepumpe oder einen elektrischen Heizstab im Pufferspeicher.

Die technische Umsetzung erfordert sorgfältige Planung: Solarthermieanlagen bevorzugen eine steile Dachneigung (45 bis 60 Grad) und exakte Südausrichtung, um im Winter maximale Erträge zu liefern. Photovoltaik ist toleranter bei der Ausrichtung und arbeitet auch bei flacheren Neigungen (25 bis 35 Grad) effizient. Verschattungen durch Solarthermieanlagen können die PV-Erträge mindern, weshalb die Anordnung gut durchdacht sein muss.

Eine interessante Alternative zur klassischen Kombination sind hybride Solarpaneele, sogenannte PVT-Kollektoren (Photovoltaik-Thermie). Diese erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme auf derselben Fläche, indem sie die Abwärme der PV-Module nutzen. Allerdings sind solche Systeme derzeit noch deutlich teurer als separate Anlagen und rechnen sich meist nur in speziellen Konstellationen mit sehr hohem Wärme- und Strombedarf.

Gut zu wissen

Bei begrenzter Dachfläche empfiehlt sich meist der Vorrang für Photovoltaik, da der erzeugte Strom vielseitiger nutzbar ist und sich auch für die Wärmeerzeugung über Wärmepumpen einsetzen lässt.

Solarthermie liefert Wärme, Photovoltaik liefert Strom.
Solarthermie liefert Wärme, Photovoltaik liefert Strom.

06Photovoltaik plus Wärmepumpe: Die flexible Allround-Lösung

Die Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe gilt 2026 als das zukunftsfähigste Konzept für die Energieversorgung im Eigenheim. Diese Lösung vereint mehrere Vorteile: vollständige Elektrifizierung der Energieversorgung, hohe Effizienz, Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und die Möglichkeit zur weitgehenden Eigenversorgung mit selbst erzeugtem Solarstrom.

Eine Wärmepumpe arbeitet besonders wirtschaftlich, wenn sie mit günstigem Strom betrieben wird. Hier kommt die eigene PV-Anlage ins Spiel: In den Übergangsmonaten und im Sommer kann ein großer Teil des Wärmepumpenstroms direkt vom eigenen Dach kommen. Eine typische Wärmepumpe in einem gut gedämmten Einfamilienhaus benötigt etwa 3.000 bis 5.000 kWh Strom pro Jahr. Eine PV-Anlage mit 8 bis 10 kWp Leistung erzeugt 8.000 bis 10.000 kWh jährlich und kann damit einen erheblichen Teil dieses Bedarfs decken.

Besonders intelligent wird das System mit einem Batteriespeicher und einem Energiemanagementsystem. Das System verschiebt den Wärmepumpenbetrieb bevorzugt in Zeiten hoher PV-Produktion und lädt den Pufferspeicher dann besonders intensiv. So steigt der solare Deckungsgrad deutlich. Auch ohne Speicher lassen sich durch thermische Pufferung (größerer Warmwasserspeicher) und intelligente Steuerung 25 bis 40 Prozent des Wärmepumpenstroms solar decken, mit Batteriespeicher sind 50 bis 70 Prozent möglich.

Diese Kombination bietet maximale Flexibilität: Anders als bei Solarthermie bist du nicht auf die gleichzeitige Verfügbarkeit von Sonne und Wärmebedarf angewiesen. Der PV-Strom kann zunächst im Batteriespeicher zwischengelagert und später für die Wärmepumpe genutzt werden. Überschüssiger Strom versorgt andere Haushaltsgeräte oder fließt gegen Vergütung ins Netz. Diese Flexibilität erreicht keine rein thermische Lösung.

AspektSolarthermie plus GasheizungPhotovoltaik plus Wärmepumpe
EnergieträgerSolar plus Erdgas/ÖlSolar plus Umweltwärme plus Reststrom
CO2-EmissionenReduziert, aber nicht nullNahezu null bei Ökostrom oder hohem PV-Anteil
BetriebskostenGaskosten variabelStromkosten teilweise durch PV gedeckt
SpeicherungThermischer PufferspeicherBatteriespeicher plus thermischer Pufferspeicher
SkalierbarkeitBegrenzt durch WärmebedarfFlexibel für E-Auto, Haushalt, Heizung
ZukunftssicherheitAbhängig von fossilen BrennstoffenUnabhängig, erneuerbar, elektrifiziert

Gut zu wissen

Eine PV-Anlage mit 8 bis 10 kWp kann in Kombination mit einer Wärmepumpe und Batteriespeicher 50 bis 70 Prozent des Wärmepumpenstroms solar decken und erhöht so die Unabhängigkeit vom Stromnetz erheblich.

07Solarthermie oder Photovoltaik im Winter: Wer liefert mehr?

Die Wintermonate stellen beide Solartechnologien vor Herausforderungen: Die Sonneneinstrahlung ist deutlich geringer, die Tage sind kurz, und Schnee oder Verschattung durch tief stehende Sonne reduzieren die Erträge zusätzlich. Dennoch gibt es wichtige Unterschiede, wie sich Solarthermie und Photovoltaik in der kalten Jahreszeit verhalten.

Solarthermieanlagen profitieren im Winter von ihrer steilen Montage (45 bis 60 Grad Neigung), die optimal für die tief stehende Wintersonne ist. Zudem arbeiten Kollektoren auch bei diffusem Licht relativ effizient. In den Wintermonaten sinkt der Ertrag auf etwa 20 bis 30 Prozent des Sommerniveaus, aber bei Sonnenschein kann auch an kalten Tagen noch nutzbare Wärme erzeugt werden. Das Problem: Gerade im Winter ist der Wärmebedarf am höchsten, während die solare Ausbeute am niedrigsten ist.

Photovoltaikmodule erreichen im Winter ebenfalls nur 15 bis 25 Prozent ihres Sommerertrags. Interessanterweise arbeiten PV-Module bei kalten Temperaturen sogar effizienter als im Sommer, da die Solarzellen bei niedrigeren Temperaturen einen höheren Wirkungsgrad haben. Der Hauptfaktor bleibt jedoch die eingestrahlte Lichtmenge, die im Winter begrenzt ist. Ein Vorteil: Schnee rutscht von glatten PV-Modulen oft schneller ab als von rauen Kollektoren.

In der Gesamtbetrachtung liefert keine der beiden Technologien im Winter einen Großteil des Jahresertrags. Etwa 70 bis 75 Prozent der jährlichen Solarenergie fallen in den Monaten April bis September an. Deshalb ist bei beiden Systemen eine konventionelle Zusatzheizung oder ausreichend Netzstrom notwendig. Der Unterschied: Mit Photovoltaik und Batteriespeicher kannst du Überschüsse aus dem Sommer nicht direkt, aber wirtschaftlich über Stromgutschriften ins nächste Jahr übertragen, während thermische Langzeitspeicher technisch sehr aufwendig sind.

  • Solarthermie: 20 bis 30 Prozent des Sommerertrags im Winter, profitiert von steiler Montage
  • Photovoltaik: 15 bis 25 Prozent des Sommerertrags im Winter, arbeitet bei Kälte effizienter
  • Beide Technologien: 70 bis 75 Prozent des Jahresertrags im Sommerhalbjahr
  • Solarthermie: Höchster Wärmebedarf bei geringstem Ertrag
  • Photovoltaik: Strom für Wärmepumpe, die auch im Winter aus Umweltwärme heizen kann
  • Schnee: Rutscht von PV-Modulen oft leichter ab als von Solarthermieanlagen

08Förderung für Solarthermie und Photovoltaik im Vergleich

Beide Solartechnologien werden in Deutschland staatlich gefördert, allerdings über unterschiedliche Programme und mit unterschiedlicher Intensität. Die Förderlandschaft wurde in den letzten Jahren mehrfach angepasst, um den Umstieg auf erneuerbare Energien zu beschleunigen.

Solarthermieanlagen werden über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert. Du kannst einen Zuschuss von 25 Prozent der förderfähigen Kosten erhalten, wenn die Anlage zur Warmwasserbereitung oder Heizungsunterstützung dient und bestimmte technische Mindestanforderungen erfüllt. Bei Austausch einer alten Ölheizung erhöht sich die Förderung auf bis zu 40 Prozent. Die Mindestinvestition liegt bei etwa 2.000 Euro, gefördert werden bis zu 60.000 Euro pro Wohneinheit. Die Antragstellung erfolgt vor Beginn der Maßnahme beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle).

Photovoltaikanlagen werden seit 2023 nicht mehr direkt über Investitionszuschüsse gefördert, dafür wurden die steuerlichen Rahmenbedingungen erheblich verbessert. Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden sind von der Einkommensteuer befreit, die Umsatzsteuer beim Kauf entfällt komplett (0 Prozent Mehrwertsteuer). Zusätzlich gibt es für eingespeisten Strom eine garantierte Einspeisevergütung über 20 Jahre, die 2026 bei etwa 7 bis 8 Cent pro kWh liegt. Einige Bundesländer und Kommunen bieten ergänzende Landesprogramme mit Direktzuschüssen von 100 bis 500 Euro pro kWp an.

Für Batteriespeicher in Verbindung mit PV-Anlagen gibt es verschiedene regionale Förderprogramme. Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) bietet zinsgünstige Kredite über das Programm Erneuerbare Energien (270). Einzelne Bundesländer wie Berlin, Bayern oder Nordrhein-Westfalen haben eigene Speicherförderprogramme mit Zuschüssen von 200 bis 300 Euro pro kWh Speicherkapazität aufgelegt. Die Kombination aus PV, Speicher und Wärmepumpe wird teilweise als Gesamtsystem besonders gefördert.

Wichtig zu wissen: Die Förderung für Solarthermie ist auf den ersten Blick attraktiver (25 bis 40 Prozent Zuschuss), relativiert sich aber durch die höheren absoluten Investitionskosten und die geringere Wirtschaftlichkeit über die Laufzeit. Photovoltaik rechnet sich häufig auch ohne direkte Zuschüsse durch die wegfallende Mehrwertsteuer, die Einspeisevergütung und vor allem durch die eingesparten Strombezugskosten über 25 bis 30 Jahre.

FörderelementSolarthermiePhotovoltaik
Direkter Zuschuss25 bis 40 Prozent über BEG (BAFA)Regional unterschiedlich, meist nicht bundesweit
SteuerbefreiungKeine besondere Regelung0 Prozent Umsatzsteuer, Einkommensteuerbefreiung bis 30 kWp
EinspeisevergütungNicht anwendbar7 bis 8 Cent pro kWh über 20 Jahre garantiert
KfW-KreditÜber BEG-Kredit möglichProgramm 270 (Erneuerbare Energien)
SpeicherförderungPufferspeicher in Anlagenförderung enthaltenRegionale Programme 200 bis 300 Euro pro kWh
AntragstellungVor Maßnahmenbeginn beim BAFAMeist nachträglich oder bei Inbetriebnahme

09Wartung, Lebensdauer und langfristige Kosten

Neben den Anschaffungskosten spielen Wartung und Lebensdauer eine wichtige Rolle für die Wirtschaftlichkeit. Solarthermieanlagen benötigen regelmäßige Wartung: Die Wärmeträgerflüssigkeit muss alle 5 bis 10 Jahre überprüft und bei Bedarf nachgefüllt oder getauscht werden. Pumpen, Ausdehnungsgefäße und Ventile unterliegen Verschleiß und müssen gelegentlich ersetzt werden. Ein jährlicher Wartungsvertrag kostet etwa 100 bis 150 Euro. Bei guter Pflege erreichen Solarthermieanlagen eine Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren, wobei die Kollektoren meist länger halten als die Regelungstechnik.

Photovoltaikanlagen sind nahezu wartungsfrei. Die Module selbst haben keine beweglichen Teile und arbeiten über Jahrzehnte zuverlässig. Regen reinigt die Oberfläche in der Regel ausreichend, nur bei starker Verschmutzung oder flacher Neigung kann eine gelegentliche professionelle Reinigung (etwa 2 bis 4 Euro pro Quadratmeter) sinnvoll sein. Der Wechselrichter hat eine typische Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren und muss dann ersetzt werden, die Kosten liegen bei 1.000 bis 2.000 Euro. Die Module selbst halten 25 bis 30 Jahre und mehr, verlieren dabei jedoch langsam an Leistung (etwa 0,3 bis 0,5 Prozent pro Jahr).

Batteriespeicher für PV-Anlagen haben aktuell eine Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren oder etwa 4.000 bis 6.000 Ladezyklen. Nach dieser Zeit hat die Speicherkapazität meist auf 70 bis 80 Prozent der ursprünglichen Leistung abgenommen. Die Kosten für einen Austausch sinken jedoch kontinuierlich, sodass ein Ersatzspeicher in 15 Jahren voraussichtlich deutlich günstiger und leistungsfähiger sein wird als die aktuelle Technik.

In der Gesamtkostenrechnung über 25 Jahre ergeben sich für Photovoltaik meist niedrigere laufende Kosten als für Solarthermie. Während bei PV hauptsächlich der einmalige Wechselrichtertausch einzuplanen ist, fallen bei Solarthermie kontinuierlich Wartungskosten an. Über die Lebensdauer summieren sich diese auf 2.000 bis 3.750 Euro (25 Jahre mal 80 bis 150 Euro). Hinzu kommen Reparaturen, die bei hydraulischen Systemen mit Pumpen, Ventilen und Wärmeträgern wahrscheinlicher sind als bei statischen PV-Modulen.

Gut zu wissen

Über 25 Jahre Betriebszeit fallen bei Solarthermie etwa 2.000 bis 3.750 Euro an Wartungskosten an, während PV-Anlagen nahezu wartungsfrei arbeiten und nur den Wechselrichtertausch nach 10 bis 15 Jahren erfordern.

10Die Entscheidung: Was passt zu deiner Situation?

Die Wahl zwischen Solarthermie und Photovoltaik hängt von mehreren Faktoren ab. Es gibt keine pauschale Antwort, aber klare Entscheidungshilfen basierend auf deiner individuellen Ausgangslage.

Für Photovoltaik spricht: Du planst einen Heizungstausch oder Neubau, hast Interesse an einer Wärmepumpe, möchtest ein Elektroauto laden, benötigst flexible Stromnutzung oder legst Wert auf maximale Zukunftssicherheit und minimalen Wartungsaufwand. Auch bei unsicherer künftiger Nutzung (etwa bei geplantem Verkauf der Immobilie) ist PV die sicherere Wahl, da sie den Immobilienwert nachweislich steigert und für jeden Käufer attraktiv ist.

Für Solarthermie spricht: Du hast eine funktionierende fossile Heizung, die noch 10 bis 15 Jahre laufen soll, einen sehr hohen Warmwasserbedarf (Großfamilie, gewerbliche Nutzung), keine Möglichkeit zur Elektrifizierung der Wärmeversorgung oder nur begrenzte Dachfläche bei gleichzeitig geringem Strombedarf. Auch bei denkmalgeschützten Gebäuden, wo PV-Module aus optischen Gründen nicht genehmigt werden, kann Solarthermie die einzige solare Option sein.

Für eine Kombination spricht: Du verfügst über reichlich Dachfläche (150 Quadratmeter oder mehr), hast sowohl hohen Strom- als auch hohen Wärmebedarf, betreibst ein Mehrfamilienhaus oder Gewerbeobjekt oder möchtest maximale solare Deckung erreichen. Dann kann es sinnvoll sein, den Großteil der Fläche mit PV zu belegen und eine kleinere Solarthermieanlage für die Warmwasserunterstützung zu ergänzen.

Die Beratung durch unabhängige Energieberater hilft bei der konkreten Planung. Wärmepumpen-Kompass unterstützt dich dabei, passende Fachbetriebe in deiner Region zu finden, die beide Technologien objektiv bewerten und optimal auf dein Gebäude abstimmen können. Wir selbst installieren nicht, sondern vergleichen unabhängig und vermitteln qualifizierte Anbieter.

  • Prüfe deinen tatsächlichen Wärme- und Strombedarf anhand der letzten Jahresabrechnungen
  • Ermittle die nutzbare Dachfläche und prüfe Ausrichtung, Neigung und Verschattung
  • Berücksichtige geplante Veränderungen: Wärmepumpe, Elektroauto, energetische Sanierung
  • Kalkuliere mit realistischen Eigenverbrauchsanteilen, nicht mit Idealwerten
  • Hole mehrere Angebote ein und vergleiche Gesamtkosten über die Laufzeit
  • Prüfe aktuelle Fördermöglichkeiten auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene
  • Denke langfristig: Welche Lösung passt auch in 15 bis 20 Jahren noch zu deiner Lebenssituation?

11Fazit: Flexibilität schlägt thermischen Wirkungsgrad

Solarthermie und Photovoltaik sind beide ausgereifte, förderfähige Technologien zur Nutzung der Sonnenenergie. Der höhere thermische Wirkungsgrad der Solarthermie täuscht jedoch über einen entscheidenden Nachteil hinweg: Wärme ist deutlich weniger flexibel nutzbar als elektrischer Strom.

Für die meisten Eigenheimbesitzer im Jahr 2026 ist Photovoltaik die wirtschaftlichere und zukunftssicherere Wahl. Sie ermöglicht die vollständige Elektrifizierung der Energieversorgung, lässt sich optimal mit Wärmepumpen und Elektromobilität kombinieren und bietet durch Batteriespeicher ein Höchstmaß an Autarkie. Die Investitionskosten pro Quadratmeter sind niedriger, die Wartung minimal, die Lebensdauer länger.

Solarthermie behält ihre Berechtigung in spezifischen Anwendungsfällen: bei bestehendem hohem Warmwasserbedarf in Verbindung mit konventionellen Heizungen, bei gewerblichen Großanlagen oder wenn die Elektrifizierung aus baulichen oder rechtlichen Gründen nicht möglich ist. Auch als Ergänzung zu einer großen PV-Anlage kann sie bei ausreichender Dachfläche sinnvoll sein.

Die Entscheidung solltest du nicht allein anhand des Wirkungsgrads treffen, sondern auf Basis deiner gesamten Energiestrategie: Wie heizt du heute und morgen? Kommt eine Wärmepumpe infrage? Planst du ein Elektroauto? Wie hoch ist dein Stromverbrauch? Erst wenn diese Fragen geklärt sind, lässt sich die optimale Solartechnik für dein Dach bestimmen. Wärmepumpen-Kompass hilft dir, die passenden Fachpartner für eine objektive, auf deine Situation zugeschnittene Planung zu finden.

FAQ

Häufige Fragen zum Vergleich

Was ist besser, Solarthermie oder Photovoltaik?

Für die meisten Haushalte ist Photovoltaik 2026 die bessere Wahl, da sie flexibler nutzbaren Strom erzeugt, günstiger in der Anschaffung ist und sich optimal mit Wärmepumpen und Elektroautos kombinieren lässt. Solarthermie lohnt sich hauptsächlich bei sehr hohem Warmwasserbedarf und bestehender fossiler Heizung, die noch länger genutzt werden soll.

Warum keine Solarthermie mehr?

Solarthermie wird seltener empfohlen, weil Photovoltaik wirtschaftlicher geworden ist und die vielseitigere Energieform liefert. Mit PV und Wärmepumpe lässt sich die Wärmeversorgung vollständig elektrifizieren, was mehr Flexibilität und Unabhängigkeit bietet. Zudem sind die Wartungskosten bei PV deutlich niedriger und die Amortisationszeit kürzer.

Ist Solarthermie noch sinnvoll?

Solarthermie ist noch sinnvoll bei sehr hohem Warmwasserbedarf (Großfamilien, Gewerbe), wenn eine funktionierende Gas- oder Ölheizung kostengünstig unterstützt werden soll, oder bei begrenzter Dachfläche ohne Möglichkeit zur Elektrifizierung. In den meisten Neubauten und Sanierungen mit Wärmepumpe ist Photovoltaik jedoch die zukunftsfähigere Lösung.

Was ist im Winter besser, Solarthermie oder Photovoltaik?

Im Winter liefern beide Technologien nur 15 bis 30 Prozent ihres Sommerertrags. Solarthermie profitiert von steiler Montage für die tief stehende Sonne, doch gerade im Winter ist der Wärmebedarf hoch bei geringem Ertrag. Photovoltaik arbeitet bei Kälte effizienter und kann mit Wärmepumpen und Batteriespeichern flexibler genutzt werden, sodass keine Technologie im Winter einen klaren Vorteil hat.

Wie viel kostet Solarthermie im Vergleich zu Photovoltaik?

Solarthermie kostet etwa 600 bis 900 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche inklusive Speicher und Installation, eine komplette Anlage für ein Einfamilienhaus 4.000 bis 12.000 Euro. Photovoltaik liegt bei 180 bis 250 Euro pro Quadratmeter Modulfläche, eine typische Anlage mit 8 bis 10 kWp kostet 12.000 bis 18.000 Euro. Pro Quadratmeter ist PV deutlich günstiger.

Kann man Solarthermie und Photovoltaik kombinieren?

Ja, beide Technologien lassen sich auf demselben Dach kombinieren, wenn ausreichend Fläche vorhanden ist. Bei begrenzter Dachfläche sollte jedoch Photovoltaik Vorrang haben, da sie die flexiblere Energieform liefert. Eine Kombination ist vor allem bei Mehrfamilienhäusern oder Gewerbe mit hohem Wärme- und Strombedarf wirtschaftlich sinnvoll.

Welche Förderung gibt es für Solarthermie und Photovoltaik?

Solarthermie wird mit 25 bis 40 Prozent Zuschuss über die BEG (BAFA) gefördert. Photovoltaik erhält keine direkten Bundeszuschüsse, ist aber seit 2023 von Einkommensteuer und Umsatzsteuer befreit und wird mit 7 bis 8 Cent pro kWh Einspeisevergütung über 20 Jahre vergütet. Batteriespeicher werden über regionale Programme mit 200 bis 300 Euro pro kWh gefördert.

Wie lange halten Solarthermie und Photovoltaik?

Solarthermieanlagen erreichen bei regelmäßiger Wartung eine Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren, wobei Pumpen und Regelung früher ersetzt werden müssen. Photovoltaikmodule halten 25 bis 30 Jahre und länger, der Wechselrichter muss nach 10 bis 15 Jahren getauscht werden. PV-Anlagen sind nahezu wartungsfrei, während Solarthermie jährliche Wartung benötigt.

Mehr Antworten? Auf der FAQ-Seite findest du alle Fragen zu Förderung, Kosten, Technik und Anbietern.

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