Nur fürs Warmwasser
Warmwasser-Wärmepumpe
Die Warmwasser-Wärmepumpe, auch Brauchwasser-Wärmepumpe, bereitet ausschließlich Warmwasser auf. Sie nutzt die Wärme der Umgebungsluft, etwa im Keller, und ist günstig nachzurüsten.
Passt dieser Typ zu deinem Haus? →Kosten inkl. Einbau
2.000 bis 5.000 €
Jahresarbeitszahl
ca. 3,0
Geeignet für
Sinnvolle Ergänzung, besonders in Kombination mit einer Photovoltaikanlage.
Vorteile und Nachteile
Vorteile
- ✓Günstige Anschaffung und einfache Nachrüstung
- ✓Senkt die Kosten der Warmwasserbereitung deutlich
- ✓Gute Kombination mit PV-Überschussstrom
- ✓Keine baulichen Eingriffe nötig
Zu bedenken
- !Heizt nicht das Gebäude, nur das Warmwasser
- !Entzieht dem Aufstellraum Wärme
- !Ersetzt keine vollwertige Heizung
Mehr zu den Preisen aller Typen findest du auf der Seite Wärmepumpe Kosten und zur Förderung unter Wärmepumpe Förderung.
Warmwasser-Wärmepumpe: Details und Praxis
Eine Warmwasser-Wärmepumpe erzeugt ausschließlich warmes Trinkwasser für Bad und Küche, indem sie kostenlose Wärme aus der Umgebungsluft nutzt. Sie ersetzt den Elektroboiler oder die Warmwasserbereitung über die Heizungsanlage und senkt die Betriebskosten um bis zu 70 Prozent gegenüber einem klassischen Durchlauferhitzer. Wichtig: Eine Warmwasser-Wärmepumpe beheizt keine Räume, sondern bereitet nur Brauchwasser auf und eignet sich damit ideal zur Nachrüstung in bestehenden Gebäuden mit separater Heizung.
01Was ist eine Warmwasser-Wärmepumpe und wie funktioniert sie?
Eine Warmwasser-Wärmepumpe (auch Brauchwasserwärmepumpe genannt) ist ein kompaktes Gerät, das ausschließlich für die Erwärmung von Trinkwasser zuständig ist. Im Gegensatz zu einer Heizungswärmepumpe, die das ganze Haus temperiert, konzentriert sich die Warmwasser-Wärmepumpe allein auf die Bereitstellung von warmem Wasser für Dusche, Badewanne, Waschbecken und Spülmaschine. Das Gerät besteht aus einem integrierten Warmwasserspeicher (typischerweise 200 bis 300 Liter) und einer eingebauten Wärmepumpeneinheit.
Das Funktionsprinzip ist einfach: Die Warmwasser-Wärmepumpe saugt Umgebungsluft aus dem Aufstellraum (meist Keller, Heizraum oder Hauswirtschaftsraum) an und entzieht ihr mithilfe eines Kältemittelkreislaufs die Wärmeenergie. Selbst bei Raumtemperaturen von 10 bis 20 Grad Celsius enthält die Luft genug Energie, um das Wasser im Speicher auf 50 bis 60 Grad zu erhitzen. Die abgekühlte Luft wird anschließend wieder in den Raum oder nach außen abgegeben. Der eingebaute Ventilator sorgt für die nötige Luftzirkulation.
Im Vergleich zu einem elektrischen Warmwasserspeicher oder Durchlauferhitzer arbeitet die Warmwasser-Wärmepumpe extrem effizient: Aus einer Kilowattstunde Strom gewinnt sie etwa drei bis vier Kilowattstunden Wärmeenergie. Die restliche Energie stammt kostenlos aus der Umgebungsluft. Das Gerät schaltet sich automatisch ein, sobald die Wassertemperatur im Speicher unter einen eingestellten Wert sinkt, und arbeitet vollkommen selbstständig.
- Nutzt kostenlose Umgebungswärme aus der Raumluft (Keller, Hauswirtschaftsraum)
- Integrierter Speicher mit 200 bis 300 Liter Volumen für Trinkwasser
- Erwärmt Wasser auf 50 bis 60 Grad Celsius
- Arbeitet autark und benötigt nur Stromanschluss
- Kühlt und entfeuchtet den Aufstellraum als positiver Nebeneffekt
Gut zu wissen
Eine Warmwasser-Wärmepumpe erzeugt aus 1 kWh Strom etwa 3 bis 4 kWh Wärmeenergie und arbeitet damit dreimal effizienter als ein Elektroboiler.
02Aufstellung und Platzbedarf im Keller oder Hauswirtschaftsraum
Die meisten Warmwasser-Wärmepumpen werden im Keller, Heizungsraum oder Hauswirtschaftsraum aufgestellt. Der ideale Aufstellort sollte einen Rauminhalt von mindestens 20 Kubikmetern haben, damit genügend Umgebungsluft zur Verfügung steht. Das Gerät selbst nimmt etwa die Grundfläche einer Waschmaschine ein (circa 60 mal 60 Zentimeter) und ist je nach Speichergröße 150 bis 180 Zentimeter hoch. Für Wartungsarbeiten sollten rundum mindestens 50 Zentimeter Abstand zur Wand bleiben.
Die Warmwasser-Wärmepumpe kann entweder im Umluftbetrieb arbeiten (saugt Raumluft an und bläst sie gekühlt wieder in denselben Raum) oder im Abluftbetrieb (leitet die abgekühlte Luft über einen Kanal nach draußen). Der Umluftbetrieb ist am einfachsten zu installieren und bietet den Vorteil, dass der Kellerraum im Sommer entfeuchtet und gekühlt wird. Das beugt Schimmelbildung vor und schafft ein angenehmeres Raumklima. Im Winter kann die Abwärme aus Waschmaschine, Trockner oder Gefriertruhe im selben Raum direkt genutzt werden.
Bei der Aufstellung ist die Geräuschentwicklung zu beachten: Der eingebaute Ventilator und der Kompressor erzeugen im Betrieb einen Schallpegel von etwa 40 bis 50 Dezibel, vergleichbar mit einem leisen Kühlschrank. In Wohnräumen wäre das störend, in einem Kellerraum mit geschlossener Tür aber in der Regel unproblematisch. Moderne Geräte verfügen über einen Flüstermodus für die Nachtabsenkung, bei dem die Lautstärke weiter reduziert wird.
- Mindestens 20 Kubikmeter Raumvolumen erforderlich
- Grundfläche etwa 60 mal 60 cm, Höhe 150 bis 180 cm
- Umluftbetrieb: Kühlt und entfeuchtet den Aufstellraum
- Abluftbetrieb: Leitet kalte Luft nach außen ab
- Geräuschpegel 40 bis 50 dB, vergleichbar mit Kühlschrank
- Flüstermodus für Nachtbetrieb verfügbar
03Kosten für Anschaffung, Installation und Nachrüstung
Die Anschaffungskosten für eine Warmwasser-Wärmepumpe liegen je nach Hersteller und Speichergröße zwischen 2.500 und 4.500 Euro. Hochwertige Markengeräte mit 250 bis 300 Liter Speichervolumen bewegen sich typischerweise im Bereich von 3.000 bis 3.800 Euro. Hinzu kommen die Installationskosten durch einen Fachbetrieb, die je nach Aufwand zwischen 500 und 1.500 Euro liegen. Bei einer einfachen Nachrüstung im Keller mit vorhandenen Anschlüssen ist die Installation meist in einem halben Tag erledigt.
Die Gesamtinvestition beläuft sich somit auf 3.000 bis 6.000 Euro. Im Vergleich dazu kostet ein hochwertiger elektrischer Warmwasserspeicher nur 800 bis 1.500 Euro, verursacht aber deutlich höhere Betriebskosten. Die Mehrkosten für die Warmwasser-Wärmepumpe amortisieren sich bei einem Vier-Personen-Haushalt durch die Stromersparnis in der Regel nach 5 bis 10 Jahren, abhängig vom bisherigen System und den individuellen Warmwasserverbräuchen.
Bei der Nachrüstung muss der alte Warmwasserspeicher oder Durchlauferhitzer demontiert werden. Die bestehenden Warm- und Kaltwasseranschlüsse können meist weiterverwendet werden. Ein Stromanschluss (230 Volt Haushaltsstrom) muss vorhanden sein oder neu verlegt werden. Wenn die Warmwasser-Wärmepumpe bisher über die Heizungsanlage bereitgestelltes Warmwasser ersetzt, muss die hydraulische Trennung fachgerecht erfolgen. Ein qualifizierter Installateur plant die Nachrüstung und prüft die örtlichen Gegebenheiten.
| Kostenposition | Preisspanne | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Gerät (250 L) | 2.500 bis 4.500 Euro | Je nach Hersteller und Ausstattung |
| Installation | 500 bis 1.500 Euro | Abhängig von örtlichen Gegebenheiten |
| Elektroanschluss | 0 bis 500 Euro | Falls Neuverlegung nötig |
| Demontage Altsystem | 150 bis 400 Euro | Entsorgung alter Speicher |
| Gesamtinvestition | 3.000 bis 6.000 Euro | Schlüsselfertig installiert |
Gut zu wissen
Die durchschnittliche Gesamtinvestition für eine Warmwasser-Wärmepumpe mit Installation liegt bei 3.500 bis 4.500 Euro und amortisiert sich bei einem Vier-Personen-Haushalt nach etwa 6 bis 8 Jahren.
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04Effizienz, COP-Wert und Jahresarbeitszahl
Die Effizienz einer Warmwasser-Wärmepumpe wird durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) oder den COP-Wert (Coefficient of Performance) ausgedrückt. Der COP-Wert gibt das Verhältnis zwischen zugeführter elektrischer Energie und gewonnener Wärmeenergie unter Laborbedingungen an. Moderne Warmwasser-Wärmepumpen erreichen COP-Werte zwischen 3,0 und 4,5, das heißt, aus einer Kilowattstunde Strom werden 3,0 bis 4,5 Kilowattstunden Wärme erzeugt.
Die Jahresarbeitszahl bildet die reale Effizienz über ein ganzes Jahr ab und berücksichtigt schwankende Raumtemperaturen, Warmwasserverbrauchsmuster und Bereitschaftsverluste. In der Praxis erreichen Warmwasser-Wärmepumpen Jahresarbeitszahlen von 2,5 bis 3,5. Je wärmer der Aufstellraum und je niedriger die gewünschte Warmwassertemperatur, desto höher fällt die JAZ aus. Ein Kellerraum mit konstant 15 Grad Celsius ist ideal, bei unter 10 Grad sinkt die Effizienz merklich.
Im Vergleich zu anderen Warmwassersystemen ist die Warmwasser-Wärmepumpe deutlich effizienter: Ein elektrischer Warmwasserspeicher oder Durchlauferhitzer hat eine Effizienz von maximal 0,95 bis 1,0 (fast die gesamte Stromenergie wird in Wärme umgewandelt, aber es gibt keine zusätzliche Umweltenergie). Eine Gas-Brennwerttherme zur Warmwasserbereitung erreicht Wirkungsgrade von 0,90 bis 0,96. Die Warmwasser-Wärmepumpe nutzt dagegen zusätzlich kostenlose Umgebungsenergie und ist damit das effizienteste elektrische System für die Warmwasserbereitung.
- COP-Wert von 3,0 bis 4,5 unter Laborbedingungen
- Jahresarbeitszahl (JAZ) von 2,5 bis 3,5 im realen Betrieb
- Effizienz steigt mit wärmerer Umgebungsluft
- Etwa dreimal effizienter als elektrischer Durchlauferhitzer
- Beste Effizienz bei Raumtemperaturen von 10 bis 20 Grad Celsius
| Warmwassersystem | Effizienz / JAZ | Energiequelle |
|---|---|---|
| Elektro-Durchlauferhitzer | 0,95 bis 1,0 | 100 Prozent Strom |
| Elektro-Warmwasserspeicher | 0,90 bis 0,95 | 100 Prozent Strom |
| Gas-Brennwerttherme | 0,90 bis 0,96 | Erdgas |
| Warmwasser-Wärmepumpe | 2,5 bis 3,5 | Strom plus Umgebungsluft |
| Solarthermie | Variabel | Sonne (mit Nachheizung) |
05Stromverbrauch und laufende Betriebskosten
Der jährliche Stromverbrauch einer Warmwasser-Wärmepumpe hängt vom Warmwasserbedarf des Haushalts ab. Ein Vier-Personen-Haushalt mit einem täglichen Warmwasserverbrauch von etwa 160 Litern benötigt rund 1.500 bis 2.000 Kilowattstunden Wärmeenergie pro Jahr für die Warmwasserbereitung. Bei einer Jahresarbeitszahl von 3,0 bedeutet das einen Stromverbrauch von 500 bis 670 Kilowattstunden jährlich. Bei einem Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde ergeben sich Betriebskosten von 150 bis 200 Euro pro Jahr.
Zum Vergleich: Ein elektrischer Durchlauferhitzer oder Warmwasserspeicher würde für dieselbe Warmwassermenge etwa 1.500 bis 1.800 Kilowattstunden Strom direkt verbrauchen, was bei 30 Cent pro Kilowattstunde Kosten von 450 bis 540 Euro pro Jahr bedeutet. Die Warmwasser-Wärmepumpe spart also jährlich etwa 250 bis 350 Euro an Stromkosten ein. Bei einer Investition von 4.000 Euro amortisiert sich das Gerät somit nach etwa 8 bis 12 Jahren.
Wer einen günstigen Wärmepumpenstromtarif nutzen kann (oft 5 bis 8 Cent günstiger pro Kilowattstunde), verkürzt die Amortisationszeit weiter. Einige Netzbetreiber bieten spezielle Tarife für steuerbare Verbrauchseinrichtungen an, bei denen die Warmwasser-Wärmepumpe zu bestimmten Zeiten vom Netz getrennt werden darf. Die meisten modernen Geräte sind dafür vorbereitet und können mit einem Smart Grid Ready Interface ausgestattet werden.
| Haushaltsgröße | Warmwasserbedarf pro Jahr | Stromverbrauch Wärmepumpe (JAZ 3,0) | Betriebskosten (30 Cent/kWh) |
|---|---|---|---|
| 1 bis 2 Personen | 800 bis 1.000 kWh | 270 bis 330 kWh | 80 bis 100 Euro |
| 3 Personen | 1.200 bis 1.400 kWh | 400 bis 470 kWh | 120 bis 140 Euro |
| 4 Personen | 1.500 bis 2.000 kWh | 500 bis 670 kWh | 150 bis 200 Euro |
| 5 Personen | 1.800 bis 2.400 kWh | 600 bis 800 kWh | 180 bis 240 Euro |
Gut zu wissen
Eine Warmwasser-Wärmepumpe verbraucht in einem Vier-Personen-Haushalt etwa 500 bis 670 kWh Strom pro Jahr und spart damit rund 250 bis 350 Euro jährlich gegenüber einem Elektro-Durchlauferhitzer ein.

06Kombination mit Photovoltaik und Überschussstrom
Die Kombination einer Warmwasser-Wärmepumpe mit einer Photovoltaik-Anlage ist besonders attraktiv, weil das Gerät tagsüber den selbst erzeugten Solarstrom nutzen kann. Über eine intelligente Steuerung lässt sich die Warmwasser-Wärmepumpe so programmieren, dass sie bevorzugt dann läuft, wenn die PV-Anlage Überschussstrom produziert. Das erhöht den Eigenverbrauch der Solaranlage und senkt die Betriebskosten der Warmwasserbereitung weiter.
Ein typischer Aufheizvorgang dauert zwei bis vier Stunden und verbraucht je nach Speichergröße und Temperaturdifferenz zwischen 2 und 4 Kilowattstunden Strom. Eine Photovoltaik-Anlage mit 6 bis 8 Kilowatt Peak Leistung kann an einem sonnigen Tag problemlos diese Energiemenge liefern. Durch eine SG-Ready-Schnittstelle (Smart Grid Ready) kommuniziert die Warmwasser-Wärmepumpe mit dem Energiemanagement-System der PV-Anlage und startet automatisch, sobald genügend Überschussstrom verfügbar ist.
Die Warmwasser-Wärmepumpe fungiert dabei als thermischer Speicher: Das Wasser wird tagsüber mit Solarstrom auf 55 bis 60 Grad erhitzt und steht dann abends und am nächsten Morgen zur Verfügung. Dank der guten Isolierung moderner Speicher beträgt der Wärmeverlust nur etwa 1 bis 2 Grad pro Tag. Wer den Eigenverbrauch maximieren möchte, kann die Zieltemperatur in den Sommermonaten auf 60 Grad erhöhen, um mehr Energie zu speichern. Im Winter, wenn weniger PV-Strom verfügbar ist, arbeitet die Warmwasser-Wärmepumpe mit günstigem Netzstrom.
- SG-Ready-Schnittstelle für Smart-Grid-Integration
- Automatischer Start bei PV-Überschuss
- Erhöht Eigenverbrauch der Solaranlage um 5 bis 10 Prozent
- Warmwasser als thermischer Energiespeicher
- Aufheizvorgang benötigt 2 bis 4 kWh Strom
- Ideal für Haushalte mit PV-Anlage ab 5 kWp
07Abgrenzung zur Heizungswärmepumpe: Nur Warmwasser, keine Raumheizung
Ein häufiges Missverständnis: Eine Warmwasser-Wärmepumpe dient ausschließlich der Trinkwassererwärmung und kann das Haus nicht beheizen. Sie ersetzt weder die Gasheizung noch die Ölheizung, sondern nur die Warmwasserbereitung. Das Heizsystem des Gebäudes (egal ob Gasheizung, Ölheizung, Pelletheizung oder Fernwärme) bleibt unverändert und ist weiterhin für die Raumwärme zuständig. Die Warmwasser-Wärmepumpe ist damit eine ideale Ergänzung, wenn die bestehende Heizung noch funktioniert, aber die Warmwasserbereitung modernisiert werden soll.
Eine Heizungswärmepumpe hingegen ist ein Komplettsystem, das sowohl für die Raumheizung als auch für die Warmwasserbereitung sorgt. Sie wird außen aufgestellt (Luft-Wasser-Wärmepumpe) oder nutzt Erdsonden beziehungsweise Grundwasser (Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe). Die Investitionskosten für eine Heizungswärmepumpe liegen bei 25.000 bis 40.000 Euro inklusive Installation und sind damit etwa zehnmal höher als bei einer Warmwasser-Wärmepumpe. Eine Heizungswärmepumpe lohnt sich vor allem bei einer Komplettsanierung oder im Neubau.
Für Haushalte, die noch eine funktionierende Gasheizung haben, aber die Warmwasserbereitung im Sommer unabhängig von der Heizung betreiben möchten, ist die Warmwasser-Wärmepumpe die perfekte Lösung. Im Sommer muss die Gasheizung dann nicht mehr für die Warmwasserbereitung laufen, was zusätzlich Energie spart, weil der Heizkessel nicht ständig auf Betriebstemperatur gehalten werden muss. Die Warmwasser-Wärmepumpe arbeitet völlig autark und kann auch bei ausgeschalteter Heizungsanlage das ganze Jahr über zuverlässig warmes Wasser liefern.
| Merkmal | Warmwasser-Wärmepumpe | Heizungswärmepumpe |
|---|---|---|
| Funktion | Nur Trinkwasser-Erwärmung | Heizung plus Warmwasser |
| Aufstellung | Innen (Keller, Hauswirtschaftsraum) | Außen oder innen mit Außeneinheit |
| Investitionskosten | 3.000 bis 6.000 Euro | 25.000 bis 40.000 Euro |
| Ersetzt bestehende Heizung | Nein, nur Warmwasserbereitung | Ja, komplettes Heizsystem |
| Ideal für | Nachrüstung, bestehende Heizung bleibt | Neubau, Komplettsanierung |
| Förderung | Meist nur in Kombination | Bis zu 70 Prozent (BEG) |
Gut zu wissen
Eine Warmwasser-Wärmepumpe heizt nicht das Haus, sondern bereitet ausschließlich Trinkwasser auf. Die bestehende Heizungsanlage bleibt unverändert in Betrieb.
08Förderung und finanzielle Unterstützung
Die staatliche Förderung für Warmwasser-Wärmepumpen ist deutlich eingeschränkter als für Heizungswärmepumpen. Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) werden Warmwasser-Wärmepumpen in der Regel nur dann gefördert, wenn sie Teil eines Gesamtkonzepts zur Heizungserneuerung sind oder in Kombination mit einer Heizungswärmepumpe installiert werden. Eine allein stehende Warmwasser-Wärmepumpe ist aktuell nicht förderfähig, wenn die alte Heizungsanlage weiterhin für die Raumwärme genutzt wird.
Wer jedoch im Zuge einer umfassenden Sanierung die komplette Heizungsanlage erneuert und dabei eine Wärmepumpe als Hauptheizsystem installiert, kann die Warmwasser-Wärmepumpe als Teil der Gesamtmaßnahme mitfördern lassen. Die BEG-Förderung für Wärmepumpen beträgt aktuell bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten, abhängig von Einkommensklasse, Geschwindigkeit der Umsetzung und Effizienzbonus. In diesem Fall würde auch die Warmwasser-Wärmepumpe anteilig gefördert.
Alternativ können regionale Förderprogramme der Bundesländer, Kommunen oder Energieversorger Zuschüsse bieten. Einige Stadtwerke gewähren Boni für die Installation energieeffizienter Warmwassersysteme oder bieten vergünstigte Wärmepumpentarife an. Es lohnt sich, vor der Anschaffung bei der örtlichen Energieberatung, der Verbraucherzentrale oder dem zuständigen Energieversorger nach aktuellen Fördermöglichkeiten zu fragen. Steuerliche Abschreibungen nach Paragraf 35c EStG (energetische Sanierungsmaßnahmen) sind für Warmwasser-Wärmepumpen ebenfalls möglich, wenn keine direkte Förderung in Anspruch genommen wird.
- BEG-Förderung nur bei Heizungserneuerung oder in Kombination
- Allein stehende Warmwasser-Wärmepumpe meist nicht förderfähig
- Bei Komplettsanierung anteilige Förderung möglich
- Regionale Programme von Kommunen oder Stadtwerken prüfen
- Steuerliche Abschreibung nach Paragraf 35c EStG möglich
- Förderfähige Kosten bei BEG bis zu 70 Prozent (im Gesamtpaket)
09Für wen ist eine Warmwasser-Wärmepumpe geeignet?
Eine Warmwasser-Wärmepumpe eignet sich besonders für Haushalte, die ihre bestehende Heizungsanlage (Gas, Öl, Holz) behalten möchten, aber die Warmwasserbereitung modernisieren und Betriebskosten senken wollen. Typische Anwendungsfälle sind Einfamilienhäuser mit Gasheizung, bei denen die Heizung noch gut funktioniert, aber der alte Warmwasserspeicher ersetzt werden soll. Auch in Mehrfamilienhäusern mit zentraler Warmwasserbereitung kann eine Warmwasser-Wärmepumpe die Betriebskosten senken, sofern ein geeigneter Aufstellort vorhanden ist.
Ideal ist das Gerät für Haushalte mit eigenem PV-Strom, weil sich Überschussenergie sinnvoll speichern lässt. Auch in Häusern, in denen im Sommer die Heizung komplett abgeschaltet werden soll, ist die Warmwasser-Wärmepumpe eine smarte Lösung: Sie liefert das ganze Jahr über zuverlässig warmes Wasser, ohne dass der Heizkessel dafür im Standby-Betrieb laufen muss. Das spart zusätzliche Energie, weil Bereitschaftsverluste des Heizkessels entfallen.
Weniger geeignet ist eine Warmwasser-Wärmepumpe für sehr kleine Wohnungen oder Haushalte mit nur einer Person und geringem Warmwasserbedarf, weil sich die Investition dort kaum rechnet. Auch wenn kein geeigneter Aufstellraum mit mindestens 20 Kubikmetern Volumen zur Verfügung steht, scheidet das Gerät aus. In Wohnungen ohne Keller oder mit sehr kalten, schlecht belüfteten Kellerräumen (unter 5 Grad Celsius) sinkt die Effizienz deutlich, sodass ein elektrischer Warmwasserspeicher oder die Anbindung an die Heizung oft die bessere Wahl ist.
- Einfamilienhäuser mit bestehender Gas- oder Ölheizung
- Haushalte mit eigenem PV-Strom und Interesse an Eigenverbrauchsoptimierung
- Häuser, in denen Heizung im Sommer abgeschaltet werden soll
- Mittlerer bis hoher Warmwasserbedarf (ab 3 Personen)
- Geeigneter Aufstellraum mit mindestens 20 Kubikmeter Volumen
- Nicht geeignet für sehr kleine Haushalte oder kalte Kellerräume unter 5 Grad
10Vorteile und Nachteile im Überblick
Die Warmwasser-Wärmepumpe bietet zahlreiche Vorteile: Sie senkt die Betriebskosten für Warmwasser um bis zu 70 Prozent gegenüber elektrischen Systemen, arbeitet CO2-arm (vor allem mit Ökostrom oder PV-Strom) und ist einfach nachzurüsten. Der positive Nebeneffekt der Raumkühlung und Entfeuchtung im Keller wird von vielen Nutzern geschätzt. Die Geräte sind wartungsarm, langlebig (15 bis 20 Jahre Lebensdauer) und arbeiten vollautomatisch. Die Unabhängigkeit von der Heizungsanlage ermöglicht es, diese im Sommer komplett abzuschalten.
Nachteile sind die höheren Anschaffungskosten im Vergleich zu einem einfachen Warmwasserspeicher sowie die etwas längere Aufheizzeit. Während ein elektrischer Durchlauferhitzer sofort warmes Wasser liefert, benötigt die Warmwasser-Wärmepumpe mehrere Stunden, um den Speicher aufzuheizen. Für Haushalte mit stark schwankendem Warmwasserbedarf oder häufigen Spitzenlasten (zum Beispiel mehrere Vollbäder nacheinander) kann das Speichervolumen knapp werden. Dann muss eine elektrische Zusatzheizung im Gerät (Heizstab) einspringen, was die Effizienz kurzzeitig senkt.
Die Geräuschentwicklung kann in ungünstig gelegenen Aufstellräumen (direkt neben Schlafzimmern) als störend empfunden werden, ist aber in einem typischen Kellerraum meist unproblematisch. Auch die Abhängigkeit vom Strompreis ist ein Faktor: Bei stark steigenden Stromkosten sinkt die Wirtschaftlichkeit. Langfristig wird Strom aus erneuerbaren Energien jedoch günstiger, während fossile Brennstoffe tendenziell teurer werden, was die Warmwasser-Wärmepumpe zukunftssicher macht.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Spart bis zu 70 Prozent Betriebskosten | Höhere Anschaffungskosten (3.000 bis 6.000 Euro) |
| Nutzt kostenlose Umgebungsenergie | Längere Aufheizzeit (2 bis 4 Stunden) |
| Kühlt und entfeuchtet Kellerraum | Geräuschentwicklung (40 bis 50 dB) |
| Einfache Nachrüstung möglich | Benötigt mindestens 20 Kubikmeter Raumvolumen |
| Ideal mit PV-Anlage kombinierbar | Förderung meist nur in Kombination |
| Unabhängig von Heizungsanlage | Effizienz sinkt bei sehr kalten Räumen |
11Kaufkriterien und Herstellerauswahl
Beim Kauf einer Warmwasser-Wärmepumpe solltest du zunächst den Warmwasserbedarf deines Haushalts ermitteln. Als Faustregel gelten etwa 40 bis 50 Liter Speichervolumen pro Person, sodass für einen Vier-Personen-Haushalt ein Speicher mit 200 bis 250 Litern ausreicht. Größere Haushalte oder Nutzer mit hohem Warmwasserbedarf (zum Beispiel große Badewanne) sollten zu einem 300-Liter-Modell greifen. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) sollte mindestens 2,8 betragen, besser sind Werte von 3,0 oder höher.
Achte auf die Schallwerte des Geräts, vor allem wenn der Aufstellraum an Wohnräume grenzt. Modelle mit Flüstermodus oder besonders leisen Ventilatoren sind empfehlenswert. Eine SG-Ready-Schnittstelle ist sinnvoll, wenn du eine Photovoltaik-Anlage hast oder planst oder das Gerät mit einem intelligenten Energiemanagementsystem steuern möchtest. Auch ein integrierter Heizstab als Backup für Spitzenlasten oder bei sehr kalten Außentemperaturen ist praktisch.
Bekannte Hersteller von Warmwasser-Wärmepumpen sind unter anderem Stiebel Eltron, Viessmann, Vaillant, Dimplex, Austria Email und Bosch. Die Geräte unterscheiden sich vor allem in der Bauweise (kompakt mit integriertem Speicher oder Split mit externem Speicher), der Ausstattung (Display, Smart-Home-Integration) und der Effizienz. Ein Vergleich mehrerer Angebote lohnt sich. Wärmepumpen-Kompass hilft dir, passende Anbieter und Fachbetriebe in deiner Region zu finden, die verschiedene Modelle anbieten und fachgerecht installieren können.
- Speichergröße: 40 bis 50 Liter pro Person
- Jahresarbeitszahl mindestens 2,8, besser 3,0 oder höher
- Schallwerte beachten, Flüstermodus empfohlen
- SG-Ready-Schnittstelle für PV-Integration
- Integrierter Heizstab als Backup sinnvoll
- Hersteller vergleichen (Stiebel Eltron, Viessmann, Vaillant, Dimplex etc.)
- Fachbetrieb für Installation und Wartung wählen
FAQ
Häufige Fragen zur Warmwasser-Wärmepumpe
Kann eine Warmwasser-Wärmepumpe das Haus heizen?
Nein. Sie bereitet ausschließlich Warmwasser auf. Zum Heizen brauchst du eine Luft-Wasser- oder Sole-Wasser-Wärmepumpe.
Wird die Warmwasser-Wärmepumpe gefördert?
Als alleinige Maßnahme fällt sie meist aus der hohen Heizungsförderung. In Kombination mit einer Heizungs-Wärmepumpe oder im Rahmen einer Sanierung können Förderungen greifen. Lass dich dazu beraten.
Mehr Antworten? Auf der FAQ-Seite findest du alle Fragen zu Förderung, Kosten, Technik und Anbietern.
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