Heizungstausch 2026
Gasheizung oder Wärmepumpe?
Seit Juli 2026 ist eine neue Gasheizung wieder erlaubt. Ob sie sich lohnt, entscheiden die Kosten über 20 Jahre, die Bio-Pflicht ab 2029 und die Förderung. Hier rechnen wir beides ehrlich gegeneinander.
- 14.680 €
- weniger Kosten mit Wärmepumpe nach 20 Jahren
- ab Jahr 8
- ist die Wärmepumpe insgesamt günstiger
- bis 22.400 €
- Förderung nur für die Wärmepumpe
20 Jahre im Vergleich
Ab dem 8. Jahr liegt die Wärmepumpe vorn.
Gesamtkosten aus Einbau und Energie für ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Wärmebedarf, bei heutigen Preisen. Die Wärmepumpe startet teurer und holt jedes Jahr auf.
- 14.680 €
- weniger Kosten nach 20 Jahren
- 1.140 €
- weniger Energiekosten pro Jahr
- 12.880 €
- Förderung mit Grundförderung und Klimabonus
Annahmen: Gas 11,93 ct/kWh (BDEW, 08/2026), Brennwertnutzung 95 %, Wärmepumpentarif 24 ct/kWh (Verbraucherzentrale NRW, 02/2026), Jahresarbeitszahl 3,5, Einbau Gas 11.500 €, Wärmepumpe 32.500 €. Grundpreise, Wartung, Bio-Pflicht ab 2029 und künftige CO₂-Preise sind nicht eingerechnet.
Gas oder Wärmepumpe im Detail
Seit dem 29. Juli 2026 darfst du wieder eine neue Gasheizung einbauen. Das Gebäudemodernisierungsgesetz hat die frühere 65-Prozent-Regel abgelöst. Dafür gilt für neue Gas- und Ölheizungen eine Bio-Treppe, die ab 2029 steigende Anteile Biogas oder Wasserstoff verlangt. Ob sich Gas oder Wärmepumpe für dich mehr lohnt, entscheiden die Kosten über 20 Jahre, die Förderung und die Frage, wie teuer Gas mit Bio-Anteil und CO₂-Preis wird. Hier rechnen wir beides ehrlich gegeneinander.
01Was das Gebäudemodernisierungsgesetz für deine Heizung bedeutet
Das Gebäudeenergiegesetz heißt seit dem 29. Juli 2026 Gebäudemodernisierungsgesetz. Die pauschale Vorgabe, dass eine neue Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbarer Energie laufen muss, gibt es nicht mehr. Eine funktionierende Heizung musst du nicht austauschen, und du darfst auch wieder eine neue Gasheizung einbauen.
Neue Gas- und Ölheizungen müssen dafür einen wachsenden Anteil biogener Brennstoffe oder Wasserstoff nutzen. Die Bio-Treppe beginnt 2029 mit 10 Prozent, steigt 2030 auf 15 Prozent, 2035 auf 30 Prozent und 2040 auf 60 Prozent. Bis zum 1. Dezember 2026 soll ein Gesetz folgen, das die Lieferanten verpflichtet, ab 2045 nur noch klimaneutrale Brennstoffe zu liefern.
Für Vermieter kommt eine Neuerung dazu. Die Betriebskosten einer neu eingebauten Gas- oder Ölheizung sollen zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt werden. Wer vermietet, trägt also einen Teil der künftigen Brennstoffkosten selbst.
Gut zu wissen
Eine neue Gasheizung ist wieder erlaubt. Ab 2029 brauchst du dafür aber Biogas oder Wasserstoff im Tank, und der Anteil steigt bis 2040 auf 60 Prozent.
02Laufende Kosten im Vergleich
Ein typisches Einfamilienhaus braucht im Jahr rund 20.000 kWh Wärme. Eine Gas-Brennwertheizung setzt Gas zu etwa 95 Prozent in Wärme um und braucht dafür gut 21.000 kWh Gas. Beim durchschnittlichen Gaspreis für Einfamilienhäuser von 11,93 Cent pro kWh (BDEW, Stand August 2026) sind das rund 2.510 Euro im Jahr, dazu kommt der Grundpreis.
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3,5 macht aus einer Kilowattstunde Strom 3,5 Kilowattstunden Wärme. Für 20.000 kWh Wärme braucht sie also rund 5.700 kWh Strom. Mit einem Wärmepumpentarif um 24 Cent pro kWh (Verbraucherzentrale NRW, Februar 2026) zahlst du rund 1.370 Euro im Jahr, ebenfalls plus Grundpreis.
Der Unterschied liegt in diesem Beispiel bei gut 1.100 Euro pro Jahr zugunsten der Wärmepumpe. Mit eigenem Solarstrom vom Dach sinken die Stromkosten weiter. Wie viel es bei dir ist, hängt von Dämmung, Heizflächen und Vorlauftemperatur ab.
| Annahme 20.000 kWh Wärme pro Jahr | Gas-Brennwertheizung | Luft-Wasser-Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Energiebedarf | rund 21.000 kWh Gas | rund 5.700 kWh Strom (JAZ 3,5) |
| Arbeitspreis | 11,93 ct/kWh (BDEW, 08/2026) | rund 24 ct/kWh (VZ NRW, 02/2026) |
| Energiekosten pro Jahr | rund 2.510 € | rund 1.370 € |
| CO₂-Preis 2026 | 55 bis 65 € je Tonne, im Gaspreis enthalten | nicht betroffen |
| Bio-Pflicht | ab 2029 steigend bis 60 % im Jahr 2040 | keine |
03Anschaffung und Förderung
Eine neue Gas-Brennwertheizung kostet mit Einbau meist zwischen 8.000 und 15.000 Euro. Gefördert wird sie nicht. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe liegt im Einfamilienhaus meist zwischen 25.000 und 40.000 Euro, dafür übernimmt die KfW einen großen Teil.
Die Grundförderung beträgt 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Tauschst du eine funktionstüchtige Gasheizung, die mindestens 20 Jahre alt ist, und bewohnst das Haus selbst, kommen 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus dazu. Je nach Haushaltseinkommen gibt es außerdem einen Einkommensbonus von 10 bis 40 Prozent. Förderfähig sind im Einfamilienhaus höchstens 28.000 Euro, der Zuschuss liegt damit bei bis zu 22.400 Euro.
Ab dem 1. Februar 2027 sinken der Höchstbetrag und der Klimageschwindigkeitsbonus halbjährlich. Wer 2026 beantragt, sichert sich die heutigen Sätze.
- Gasheizung: keine Förderung
- Wärmepumpe: 30 % Grundförderung, plus 16 % beim Tausch einer alten Heizung, plus bis zu 40 % je nach Einkommen
- Höchstens 70 % der förderfähigen Kosten, bei niedrigem Einkommen 80 %
- Antrag bei der KfW vor Beginn der Arbeiten
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04Was der CO₂-Preis und die Bio-Treppe bedeuten
Auf Erdgas fällt ein CO₂-Preis an. 2026 liegt er nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne. Für 2027 plant die Bundesregierung denselben Korridor. Ab 2028 soll der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr starten, dann bildet sich der Preis am Markt.
Bei 20.000 kWh Wärme verbrennt eine Gasheizung rund 4 Tonnen CO₂ im Jahr. Bei 55 bis 65 Euro je Tonne stecken also schon heute 230 bis 270 Euro CO₂-Kosten in deiner Gasrechnung. Wie hoch der Preis ab 2028 ausfällt, kann niemand verlässlich sagen.
Dazu kommt die Bio-Treppe. Biogas und Wasserstoff sind heute teurer als Erdgas. Steigt der Pflichtanteil ab 2029, wird jede Kilowattstunde aus der neuen Gasheizung teurer. Eine Wärmepumpe ist von beidem nicht betroffen.
05Für wen eine Gasheizung noch passt
Eine Gasheizung kann sinnvoll sein, wenn dein Haus sehr hohe Vorlauftemperaturen braucht, eine Sanierung in den nächsten Jahren nicht geplant ist und du die Heizung nur noch für eine begrenzte Zeit betreiben willst. Auch wenn die Kommune ein Wärmenetz plant, das bald an dein Haus kommt, kann eine Übergangslösung günstiger sein.
Rechne dabei ehrlich mit. Eine neue Gasheizung läuft rund 20 Jahre. Sie fällt also mitten in die Bio-Treppe und in die Zeit, in der der CO₂-Preis am Markt entsteht.
06Für wen die Wärmepumpe die bessere Wahl ist
Für die meisten Einfamilienhäuser rechnet sich die Wärmepumpe über 20 Jahre deutlich besser. Die Förderung senkt die Anschaffung, die laufenden Kosten liegen unter denen von Gas, und du bist unabhängig vom Gaspreis, vom CO₂-Preis und von der Bio-Pflicht.
Besonders gut passt sie, wenn du bereits eine Fußbodenheizung oder große Heizkörper hast, das Haus einigermaßen gedämmt ist oder du Strom vom eigenen Dach nutzen kannst. Auch viele Altbauten lassen sich gut mit einer Wärmepumpe heizen, wenn einzelne Heizkörper getauscht werden.
Gut zu wissen
Faustregel: Je länger du im Haus bleibst, desto stärker spricht die Rechnung für die Wärmepumpe.
07Hybridheizung als Zwischenweg
Eine Hybridheizung kombiniert eine Wärmepumpe mit einem Gaskessel. Die Wärmepumpe deckt den größten Teil des Jahres ab, der Gaskessel springt nur an sehr kalten Tagen ein. Nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz erfüllen solche Hybridheizungen die Bio-Treppe bis 2035 unter bestimmten Voraussetzungen. Ab 2035 muss eine fachkundige Person den erneuerbaren Anteil nachweisen.
Für unsanierte Häuser mit hohem Wärmebedarf kann das ein vernünftiger Schritt sein. Plane dabei mit ein, dass du zwei Systeme wartest und der Gaskessel weiter dem CO₂-Preis unterliegt.
08So entscheidest du in drei Schritten
Lass zuerst die Heizlast deines Hauses schätzen und prüfe, welche Vorlauftemperatur deine Heizkörper brauchen. Daraus ergibt sich, welche Wärmepumpe passt und wie effizient sie läuft.
Rechne dann deine Förderung aus. Ob dir der Klimageschwindigkeitsbonus und ein Einkommensbonus zustehen, verändert den Eigenanteil um viele tausend Euro.
Hol zum Schluss mindestens zwei Angebote ein und vergleiche sie mit den laufenden Kosten über 20 Jahre, nicht nur mit dem Preis beim Einbau.
FAQ
Häufige Fragen zu Gasheizung und Wärmepumpe
Darf ich 2026 noch eine Gasheizung einbauen?
Ja. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz, die frühere 65-Prozent-Regel ist entfallen. Eine neue Gasheizung muss aber ab 2029 steigende Anteile Biogas oder Wasserstoff nutzen, 10 Prozent ab 2029 bis 60 Prozent ab 2040.
Muss ich meine alte Gasheizung austauschen?
Nein. Eine funktionierende Heizung darfst du weiter betreiben. Das frühere Betriebsverbot für alte Heizkessel ist mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz gestrichen worden.
Was ist günstiger, Gasheizung oder Wärmepumpe?
Beim Einbau ist die Gasheizung günstiger, im Betrieb die Wärmepumpe. In einem typischen Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Wärmebedarf spart die Wärmepumpe bei heutigen Preisen gut 1.100 Euro Energiekosten im Jahr. Mit bis zu 22.400 Euro Förderung schrumpft der Unterschied beim Einbau deutlich.
Wird eine Gasheizung gefördert?
Nein. Die KfW fördert den Heizungstausch nur bei erneuerbaren Heizungen wie der Wärmepumpe. Für eine reine Gasheizung gibt es keinen Zuschuss.
Was ist die Bio-Treppe?
Die Bio-Treppe schreibt neuen Gas- und Ölheizungen einen Mindestanteil biogener Brennstoffe oder Wasserstoff vor. Er liegt bei 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040.
Wie hoch ist der CO₂-Preis für Gas?
2026 liegt der CO₂-Preis in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne. Für 2027 plant die Bundesregierung denselben Korridor. Ab 2028 soll der europäische Emissionshandel für Gebäude starten, dann entsteht der Preis am Markt.
Bekomme ich den Klimabonus, wenn ich meine Gasheizung tausche?
Ja, wenn die Gasheizung funktionstüchtig und mindestens 20 Jahre alt ist und du das Haus selbst bewohnst. Bei einer Gas-Etagenheizung gilt die Altersgrenze nicht. Der Bonus beträgt 16 Prozent und sinkt ab dem 1. Februar 2027 schrittweise.
Lohnt sich eine Hybridheizung aus Wärmepumpe und Gas?
Für unsanierte Häuser mit hohem Wärmebedarf kann sie ein Zwischenweg sein. Sie erfüllt die Bio-Treppe bis 2035 unter bestimmten Voraussetzungen. Du wartest aber zwei Systeme, und der Gasanteil bleibt vom CO₂-Preis betroffen.
Mehr Antworten? Auf der FAQ-Seite findest du alle Fragen zu Förderung, Kosten, Technik und Anbietern.
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