Pool heizen
Pool-Wärmepumpe
Eine Pool-Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom vier bis fünf Kilowattstunden Wärme und verlängert die Badesaison um Wochen. Wie groß sie sein muss, entscheiden Wasserfläche, Wunschtemperatur und vor allem die Abdeckung.
- 6,4 kW
- für 32 m² bei 28 °C mit Abdeckung
- bis 5,8
- Leistungszahl bei 24 °C Luft laut Datenblatt
- über 50 %
- weniger Wärmebedarf mit Abdeckung
Pool-Rechner
Wie groß muss deine Pool-Wärmepumpe sein?
Entscheidend sind Wasserfläche, Wunschtemperatur und ob der Pool abgedeckt ist. Die Abdeckung spart oft mehr als die halbe Heizleistung.
Heizleistung für dein Becken
Für ein Freibad im Garten, Saison Mai bis September.
Nötige Heizleistung
5,6kW
Die erste Aufheizung auf über 20 °C braucht rund 538 kWh Wärme. Mit dieser Leistung dauert das etwa 4,0 Tage, Wärmeverluste nicht eingerechnet.
Pool-Wärmepumpe im Detail
Eine Pool-Wärmepumpe holt Wärme aus der Außenluft und gibt sie ans Beckenwasser ab. Sie verlängert die Badesaison um Wochen und braucht dafür nur einen Bruchteil des Stroms, den ein Elektroheizer bräuchte. Ob sie sich lohnt, hängt vor allem an einer Sache, die nichts mit der Wärmepumpe zu tun hat, der Abdeckung. Hier erfährst du, wie groß das Gerät sein muss, was es kostet, wie es eingebaut wird und was du sparen kannst.
01So funktioniert eine Pool-Wärmepumpe
Die Pool-Wärmepumpe arbeitet wie eine Heizungs-Wärmepumpe. Ein Ventilator saugt Außenluft an, ein Kältemittel nimmt deren Wärme auf, ein Verdichter bringt sie auf ein höheres Temperaturniveau, und ein Wärmetauscher gibt sie an das Poolwasser ab. Sie hängt im Filterkreislauf und läuft nur, wenn auch die Filterpumpe Wasser fördert.
Wie effizient sie arbeitet, zeigt die Leistungszahl COP. Ein COP von 5 heißt, aus einer Kilowattstunde Strom werden fünf Kilowattstunden Wärme. Hersteller messen an zwei üblichen Punkten, bei 26 °C Luft und 26 °C Wasser sowie bei 15 °C Luft und 26 °C Wasser. Ein Datenblatt von Austria Email (April 2026) nennt bei 15 °C Luft einen COP von 4,28 bis 4,66 und bei 24 °C Luft 5,26 bis 5,76.
Gut zu wissen
Werbeangaben wie COP 14 gelten nur im besten Teillastpunkt bei warmer Luft. Vergleich Geräte deshalb immer beim Prüfpunkt mit 15 °C Lufttemperatur.
02Full-Inverter oder On/Off
Einfache Geräte schalten nur an und aus und laufen dann immer mit voller Leistung. Full-Inverter-Geräte regeln Verdichter und Ventilator stufenlos und laufen die meiste Zeit leise im Teillastbereich. Hayward gibt an, dass ein Inverter bis zu 30 Prozent weniger Energie braucht als ein On/Off-Gerät. Einen unabhängigen Test dazu haben wir nicht gefunden.
Für kleine Aufstellbecken reicht oft ein einfaches Gerät. Für ein festes Becken, das die ganze Saison warm sein soll, lohnt sich meist ein Inverter, weil er leiser ist und gut zu Solarstrom passt.
03Welche Leistung du brauchst
Für die Größe zählt die Wasserfläche, denn über die Oberfläche geht der meiste Wärmeverlust, vor allem durch Verdunstung. Das Projektierungshandbuch von Dimplex nennt für ein Freibad mit Nutzung von Mai bis September die folgenden Werte je Quadratmeter Wasserfläche.
Ein Becken mit 8 mal 4 Metern hat 32 Quadratmeter. Bei 28 °C braucht es mit Abdeckung rund 6,4 kW, ohne Abdeckung je nach Lage 19 bis 32 kW. Händler rechnen mit Faustregeln nach Volumen, die mit Abdeckung auf etwa 0,15 bis 0,2 kW je Kubikmeter hinauslaufen.
| Situation | 20 °C | 24 °C | 28 °C |
|---|---|---|---|
| Mit Abdeckung | 100 W/m² | 150 W/m² | 200 W/m² |
| Ohne Abdeckung, geschützte Lage | 200 W/m² | 400 W/m² | 600 W/m² |
| Ohne Abdeckung, teilweise geschützt | 300 W/m² | 500 W/m² | 700 W/m² |
| Ohne Abdeckung, windige Lage | 450 W/m² | 800 W/m² | 1.000 W/m² |
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04Die Abdeckung ist die wichtigste Investition
Ohne Abdeckung verdunstet nachts warmes Wasser und nimmt die Wärme mit. Ein Rechenmodell, das im Oktober 2025 auf einem Fachkongress der IOB vorgestellt wurde, kommt für ein Becken mit 32 Quadratmetern an einem kühlen Junitag ohne Sonne auf 268 kWh Wärmeverlust bei offenem und 161 kWh bei abgedecktem Becken. Fast die Hälfte des Verlusts geht auf Verdunstung zurück.
Der österreichische Branchenverband ÖVS nennt mehr als 50 Prozent Einsparung durch eine Abdeckung, aus den Werten von Dimplex ergibt sich bei 28 °C eine um 67 bis 80 Prozent kleinere Heizleistung. Wie viel es bei dir ist, hängt von Lage, Wind und davon ab, wie lange der Pool offen ist.
Gut zu wissen
Mit Abdeckung reicht oft ein Gerät mit einem Drittel der Leistung. Das spart beim Kauf und bei jeder Stromrechnung.
05Stromverbrauch und Kosten pro Saison
Für den Verbrauch pro Saison gibt es keine belastbare amtliche Quelle, er schwankt stark mit Wetter, Abdeckung und Wunschtemperatur. Ratgeber nennen 400 bis über 4.000 kWh Strom pro Saison. Ein Beispiel aus einem Ratgeber rechnet für ein Becken mit 32 Kubikmetern mit rund 10.000 kWh Wärme. Bei einer Leistungszahl von 5 sind das rund 2.000 kWh Strom.
Mit 33 Cent pro Kilowattstunde für Haushaltsstrom (Verivox, Neukunden, Oktober 2026) kosten 2.000 kWh rund 660 Euro. Läuft die Wärmepumpe tagsüber mit Solarstrom vom eigenen Dach, sinken die Kosten deutlich, weil du dann nur die entgangene Einspeisevergütung von 7,70 Cent bezahlst.
| Strombedarf pro Saison | mit Haushaltsstrom (33 ct) | mit eigenem Solarstrom (7,70 ct) |
|---|---|---|
| 500 kWh | rund 165 € | rund 39 € |
| 1.000 kWh | rund 330 € | rund 77 € |
| 2.000 kWh | rund 660 € | rund 154 € |
| 4.000 kWh | rund 1.320 € | rund 308 € |
06Was eine Pool-Wärmepumpe kostet
Die Preise reichen von wenigen Hundert bis einigen Tausend Euro. Ein großer Online-Händler verlangte am 31. Oktober 2026 für Geräte mit 3 bis 4,3 kW 379 bis 549 Euro, für Full-Inverter mit 7 bis 9 kW 1.120 bis 1.180 Euro und für 10 bis 13 kW 1.650 bis 2.200 Euro.
Dazu kommt der Elektriker für einen eigenen Stromkreis mit Fehlerstromschutzschalter. Den Anschluss an den Filterkreislauf schaffen geübte Heimwerker oft selbst, bei festen Becken übernimmt ihn meist der Poolbauer.
07So wird die Pool-Wärmepumpe eingebaut
Die Wärmepumpe gehört in die Druckleitung zwischen Sandfilter und Einlaufdüsen. Fördert die Filterpumpe mehr Wasser, als die Wärmepumpe verträgt, baut man einen Bypass mit drei Kugelhähnen. Eine Salzelektrolyse oder Chlordosierung muss das letzte Element im Kreislauf sein, also nach der Wärmepumpe, damit das aggressive Wasser den Wärmetauscher nicht angreift.
- Schalte immer zuerst die Filterpumpe ein und dann die Wärmepumpe, beim Ausschalten umgekehrt.
- Plane einen eigenen Stromkreis mit Fehlerstromschutzschalter bis 30 mA ohne weitere Verbraucher.
- Halte die Leitung zwischen Wärmepumpe und Becken kurz, ein Hersteller nennt höchstens 7,5 Meter.
- Stell das Gerät so auf, dass es frei Luft ansaugen kann und der Ventilator nicht zum Nachbarn bläst.
08Lautstärke beachten
Pool-Wärmepumpen geben ihre Lautstärke meist als Schalldruck in einem Meter Abstand an, nicht als Schallleistung wie Heizungs-Wärmepumpen. Ein Gerät mit 56 bis 57 dB(A) in einem Meter hat etwa 64 bis 65 dB(A) Schallleistung. Nach dem Leitfaden der Länder braucht so ein Gerät nachts im allgemeinen Wohngebiet 12 bis 14 Meter Abstand zum Nachbarfenster.
Kleine Geräte sind deutlich leiser. Ein Hersteller nennt für ein kleines Gerät unter 44 dB(A) in einem Meter und unter 35 dB(A) in vier Metern. Lass die Pool-Wärmepumpe nachts nicht laufen, wenn der Nachbar nah ist. Tagsüber gelten höhere Grenzwerte.
09Förderung und Alternativen
Eine Förderung für Pool-Wärmepumpen gibt es nicht. Die KfW-Heizungsförderung 458 fördert nur Heizungen, die ein Wohngebäude beheizen, Schwimmbadabsorber sind in der Förderrichtlinie sogar ausdrücklich ausgenommen.
Eine Alternative sind Solarabsorber auf dem Dach oder neben dem Becken. Ohne Abdeckung brauchst du 80 bis 100 Prozent der Wasserfläche als Absorberfläche, mit Abdeckung 40 bis 50 Prozent. Wer ohnehin eine Heizungs-Wärmepumpe hat, kann den Pool auch über einen eigenen Wärmetauscher mitheizen. Laut Dimplex kann ein Freibad aber so viel Wärme brauchen wie ein ganzes Wohnhaus, das muss bei der Auslegung berücksichtigt werden.
Gut zu wissen
Plant ihr gerade eine Heizungs-Wärmepumpe, frag den Fachbetrieb, ob der Pool mit eingeplant werden kann. Der kostenlose Wärmepumpen-Check zeigt dir, was für dein Haus passt.
FAQ
Häufige Fragen zur Pool-Wärmepumpe
Wie groß muss eine Pool-Wärmepumpe sein?
Das hängt von der Wasserfläche, der Wunschtemperatur und der Abdeckung ab. Für ein Becken mit 8 mal 4 Metern bei 28 °C reichen mit Abdeckung rund 6,4 kW, ohne Abdeckung sind es je nach Lage 19 bis 32 kW.
Wie viel Strom braucht eine Pool-Wärmepumpe?
Ratgeber nennen 400 bis über 4.000 kWh pro Saison. Ein Beispiel für 32 Kubikmeter kommt auf rund 2.000 kWh, das sind bei 33 Cent rund 660 Euro. Mit Abdeckung und Solarstrom ist es deutlich weniger.
Lohnt sich eine Pool-Wärmepumpe?
Für ein festes Becken mit Abdeckung meist ja, weil sie aus einer Kilowattstunde Strom vier bis fünf Kilowattstunden Wärme macht. Ohne Abdeckung braucht sie ein Vielfaches an Leistung und Strom.
Was kostet eine Pool-Wärmepumpe?
Ein großer Online-Händler verlangte im Oktober 2026 für kleine Geräte 379 bis 549 Euro, für Inverter mit 7 bis 9 kW rund 1.150 Euro und für 10 bis 13 kW 1.650 bis 2.200 Euro. Dazu kommt der Elektriker.
Wird eine Pool-Wärmepumpe gefördert?
Nein. Die KfW fördert nur Heizungen für Wohngebäude, Schwimmbadabsorber sind in der Förderrichtlinie ausdrücklich ausgenommen.
Wo wird die Pool-Wärmepumpe angeschlossen?
In der Druckleitung zwischen Sandfilter und Einlaufdüsen, bei Bedarf mit Bypass. Salzelektrolyse oder Chlordosierung kommen erst nach der Wärmepumpe.
Wie lange dauert es, den Pool aufzuheizen?
Die erste Aufheizung auf über 20 °C braucht laut Dimplex rund 12 kWh je Kubikmeter und dauert meist ein bis drei Tage. Danach hält die Wärmepumpe die Temperatur.
Wie laut ist eine Pool-Wärmepumpe?
Hersteller nennen meist den Schalldruck in einem Meter, bei größeren Geräten um 56 bis 57 dB(A). Das entspricht etwa 64 bis 65 dB(A) Schallleistung, nachts sind im Wohngebiet dann gut 12 Meter Abstand zum Nachbarn nötig.
Mehr Antworten? Auf der FAQ-Seite findest du alle Fragen zu Förderung, Kosten, Technik und Anbietern.
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