Förderung · 11 Min. Lesezeit
Heizungsförderung 2026: Voraussetzungen & Antrag — der Kompakt-Guide
Bis zu 70 % Zuschuss für die neue Wärmepumpe: Welche Voraussetzungen 2026 wirklich zählen, welche Unterlagen du brauchst und wie der KfW-Antrag Schritt für Schritt läuft.
Veröffentlicht am 05. Oktober 2026

Förderung
Die Heizungsförderung 2026 ist ein KfW-Zuschuss nach Programm 458, der den Austausch deiner alten Heizung gegen eine Wärmepumpe mit bis zu 70 % der förderfähigen Kosten – maximal 21.000 € – unterstützt. Welche Voraussetzungen gelten, welche Nachweise du brauchst und wie der Antrag konkret abläuft, zeigen wir dir in diesem Guide mit echter Beispielrechnung und Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Was ist die Heizungsförderung 2026?
Die Heizungsförderung ist Teil der Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM). Für den Heizungstausch ist seit 2024 die KfW zuständig, nicht mehr das BAFA. Konkret läuft die Förderung über das Programm KfW 458 – einen direkten Zuschuss, den du nicht zurückzahlen musst. Alle Details stehen in den offiziellen Richtlinien, die du bei der KfW und auf dem Portal des Bundeswirtschaftsministeriums nachlesen kannst.
Gefördert wird der Einbau einer Wärmepumpe, einer Biomasseanlage, einer Solarthermie oder einer Brennstoffzelle. Für die meisten Eigenheimbesitzer ist die Wärmepumpe die wirtschaftlich und ökologisch sinnvollste Option – auch, weil nur sie den Effizienzbonus bekommen kann. Weitere Hintergründe zu Antrag und Boni findest du in unserem Detail-Guide zur KfW-Heizungsförderung 2026.
Die Investition ist nicht trivial: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet komplett installiert typischerweise 27.000–40.000 €, Sole-Wasser-Anlagen eher 35.000–55.000 €. Entsprechend groß ist der Hebel der Förderung – und entsprechend wichtig, die Voraussetzungen korrekt zu erfüllen.
Welche Voraussetzungen sind für die Heizungsförderung 2026 notwendig?
Die wichtigste Hürde zuerst: Die neue Heizung muss zu mindestens 65 % mit erneuerbarer Energie betrieben werden – so verlangt es das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Eine Wärmepumpe erfüllt das automatisch. Zusätzlich gelten technische und formale Anforderungen:
- Das Gebäude muss zum Antragszeitpunkt bereits mindestens fünf Jahre bestehen (Bestandsbau).
- Die Wärmepumpe muss eine jahreszeitbedingte Raumheizungs-Effizienz (ηs) von mindestens 135 % (Luft) bzw. 150 % (Sole/Wasser) erreichen und auf der BAFA-Liste förderfähiger Anlagen stehen.
- Ein hydraulischer Abgleich ist Pflicht – mehr dazu in unserem Ratgeber zum hydraulischen Abgleich.
- Der Einbau erfolgt durch einen Fachunternehmer, der eine Fachunternehmererklärung ausstellt.
- Du bist Eigentümer der Immobilie – bei WEG ist eine Beschlussfassung nötig.
Antragsberechtigt sind private Eigentümer selbstgenutzter und vermieteter Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Wohnungseigentümergemeinschaften. Details zur Eignung im Bestand erklärt der Bundesverband Wärmepumpe ausführlich.
Die vier Boni: So kommst du auf bis zu 70 %
Die Förderung setzt sich 2026 aus einer Grundförderung plus bis zu drei Boni zusammen. Der Deckel liegt bei 70 % von maximal 30.000 € förderfähigen Kosten – also maximal 21.000 € Zuschuss.
- Grundförderung: 30 % – für jeden, der eine förderfähige Wärmepumpe einbaut.
- Klimageschwindigkeitsbonus: 20 % – für den schnellen Tausch funktionstüchtiger alter Öl-, Kohle-, Gas-Etagenheizungen (ab 20 Jahre) oder Nachtspeicher. Der Bonus sinkt ab 2029 schrittweise.
- Einkommensbonus: 30 % – für selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen unter 40.000 € jährlich.
- Effizienzbonus: 5 % – für Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel (z. B. Propan R290) oder Erdwärme/Wasser als Wärmequelle.
Grundförderung + Klimageschwindigkeits- + Einkommens- + Effizienzbonus = 85 % rechnerisch, gedeckelt auf 70 %. Wer alle Boni erfüllt, landet beim Maximum.
Für vermietete Objekte gilt die Grundförderung von 30 %, aber keine Boni für Einkommen oder Klimageschwindigkeit – hier lohnt sich ein Blick in die aktuellen Verbraucherzentrale-Hinweise.
Beispielrechnung: Familie Berger tauscht ihre Gasheizung
Konkret statt theoretisch: Familie Berger (Haushaltseinkommen 55.000 €) wohnt in einem 1998 gebauten Einfamilienhaus mit 145 m². Ihre Gastherme ist 22 Jahre alt. Sie entscheiden sich für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Propan-Kältemittel.
- Gesamtkosten inkl. Installation, Pufferspeicher, hydraulischem Abgleich: 32.500 €
- Förderfähige Kosten (gedeckelt): 30.000 €
- Fördersatz: 30 % Grund + 20 % Klimageschwindigkeit + 5 % Effizienz = 55 %
- Zuschuss: 30.000 € × 55 % = 16.500 €
- Eigenanteil: 32.500 € – 16.500 € = 16.000 €
Mit einem Haushaltseinkommen unter 40.000 € käme zusätzlich der Einkommensbonus hinzu – gedeckelt wäre der Zuschuss dann bei 70 % = 21.000 €. Weitere Rechenbeispiele findest du im Ratgeber Wirtschaftlichkeitsberechnung Wärmepumpe sowie konkret für Erdwärme in der Praxisrechnung Sole-Wasser-Wärmepumpe.
Welche Dokumente brauchst du für den Antrag?
Der häufigste Grund, warum Anträge verzögert werden oder scheitern: fehlende Unterlagen. Diese Dokumente solltest du bereithalten, bevor du im KfW-Portal startest:
- Ein Angebot oder Liefer- und Leistungsvertrag mit aufschiebender Bedingung – der Vertrag muss ausdrücklich an die Zusage der Förderung geknüpft sein.
- Die Bestätigung zum Antrag (BzA) – wird vom Energie-Effizienz-Experten oder dem Fachunternehmen ausgestellt und enthält die technische Projektbeschreibung.
- Angaben zu Gebäude (Baujahr, Fläche, bisheriges Heizsystem) und zur geplanten Anlage inkl. ηs-Wert.
- Bei Einkommensbonus: Einkommensteuerbescheide der letzten zwei Jahre.
- Bei WEG: Eigentümerbeschluss.
Die BzA ist das Herzstück. Der Fachunternehmer braucht dafür u. a. Heizlast nach DIN EN 12831, geplante Vorlauftemperatur und JAZ-Prognose. Mehr dazu, warum die Vorlauftemperatur im Altbau so entscheidend ist, liest du in unserem Vorlauftemperatur-Praxisleitfaden.
So läuft der Antrag Schritt für Schritt
Die Reihenfolge ist kritisch: Erst Vertrag mit aufschiebender Bedingung, dann Antrag, dann Zusage, dann Umsetzung. Wer die Reihenfolge umdreht und vor Antragstellung einen bindenden Auftrag erteilt, verliert jede Chance auf Förderung.
- Angebot einholen vom Fachbetrieb inkl. Komponenten, Preisen und ηs-Wert.
- Vertrag mit aufschiebender Bedingung abschließen – die Umsetzung ist an die Förderzusage geknüpft.
- BzA ausstellen lassen vom Fachunternehmen oder Energieberater.
- Im Portal „Meine KfW" registrieren und Antrag ausfüllen (Gebäudedaten, Boni, BzA-Nummer).
- Zusage abwarten – Bearbeitung aktuell 1–4 Wochen.
- Heizung einbauen lassen innerhalb von 36 Monaten nach Zusage.
- Verwendungsnachweis einreichen – Rechnungen, Fachunternehmererklärung, hydraulischer Abgleich.
- Auszahlung auf dein Konto nach Prüfung.
Eine ausführliche Anleitung mit Screenshots und typischen Stolperfallen findest du im Guide KfW Antrag Wärmepumpe. Für ältere Anträge, die noch über BAFA liefen, haben wir die Formular-Historie im BAFA-Antragsformular-Ratgeber dokumentiert.
Kannst du den KfW-Antrag selbst stellen?
Ja – seit der Reform 2024 stellst du den Antrag selbst über das Portal „Meine KfW". Das war früher anders: Zuvor übernahm das meist der Fachbetrieb oder Energieberater. Was du dafür brauchst, ist eine BzA-Nummer, die dir dein Fachunternehmen oder ein Energie-Effizienz-Experte ausstellt.
Der Vorteil: Du behältst Kontrolle über den Prozess und sparst Beratungshonorare. Der Nachteil: Du bist für die Korrektheit verantwortlich. Viele Komplettanbieter wie thermondo, Enpal oder 1KOMMA5° bieten an, dich beim Antrag zu begleiten – ersetzen dich aber nicht als Antragsteller.
Zusätzlich zum Zuschuss kannst du einen zinsgünstigen Ergänzungskredit (KfW 358/359) über deine Hausbank beantragen – bis 120.000 € pro Wohneinheit, bei Einkommen unter 90.000 € mit Zinsvergünstigung.
Häufige Fehler, die den Zuschuss kosten
Diese Patzer sehen Berater immer wieder – und jeder kostet im Zweifel 10.000 € oder mehr:
- Verbindlichen Auftrag vor Antragstellung erteilen – ohne aufschiebende Bedingung ist die Förderung futsch.
- Wärmepumpe wählen, die nicht auf der BAFA-Liste steht.
- Hydraulischen Abgleich vergessen oder nicht dokumentieren.
- Verwendungsnachweis zu spät einreichen (Frist: 36 Monate nach Zusage).
- Einkommensbonus falsch berechnen – es zählt das Durchschnitts-Haushaltseinkommen der zwei vorletzten Jahre.
Alle offiziellen Formalien kannst du jederzeit beim BAFA nachlesen – auch wenn der Antrag heute über die KfW läuft, bleibt das BAFA für Technik-Listen und Fachunternehmerkonzepte zuständig.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Heizungsförderung 2026
Welche Voraussetzungen sind für die Heizungsförderung notwendig?
Das Gebäude muss mindestens fünf Jahre alt sein, die neue Heizung zu 65 % erneuerbare Energie nutzen (eine Wärmepumpe erfüllt das automatisch), auf der BAFA-Liste förderfähiger Anlagen stehen und die Mindest-Effizienzwerte (ηs ab 135 %) erfüllen. Zusätzlich sind ein hydraulischer Abgleich und eine Fachunternehmererklärung Pflicht.
Wie geht es weiter mit der Heizungsförderung 2026?
Die Grundförderung von 30 % bleibt vorerst stabil. Der Klimageschwindigkeitsbonus (20 %) läuft laut aktueller Richtlinie bis Ende 2028 und sinkt dann schrittweise. Wer zeitnah tauscht, sichert sich die höchste Förderquote – spätere Antragsteller müssen mit geringeren Zuschüssen rechnen.
Welche Dokumente sind für die Heizungsförderung notwendig?
Du brauchst einen Liefer- und Leistungsvertrag mit aufschiebender Bedingung, die Bestätigung zum Antrag (BzA) vom Fachunternehmen, Angaben zum Gebäude und zur Anlage, bei Einkommensbonus die Einkommensteuerbescheide der zwei vorletzten Jahre und ggf. einen WEG-Beschluss. Nach dem Einbau folgt der Verwendungsnachweis mit Rechnungen und Fachunternehmererklärung.
Kann ich bei der KfW-Förderung selbst beantragen?
Ja. Seit 2024 stellst du den Antrag selbst über das Portal „Meine KfW". Du brauchst dafür eine BzA-Nummer, die dir dein Fachunternehmen oder ein Energie-Effizienz-Experte vorab ausstellt. Fachbetriebe wie thermondo oder Enpal bieten Begleitung an, ersetzen dich aber nicht als Antragsteller.
Wie lange dauert die Bearbeitung des KfW-Antrags?
Aktuell dauert die Zusage zwischen einer und vier Wochen – je nach Auslastung. Nach Zusage hast du 36 Monate Zeit für den Einbau. Die Auszahlung des Zuschusses erfolgt nach Prüfung des Verwendungsnachweises, meist innerhalb von 4–8 Wochen.
Was passiert, wenn ich den Vertrag vor dem Antrag unterschreibe?
Dann verlierst du den Förderanspruch – es sei denn, der Vertrag enthält eine ausdrückliche aufschiebende Bedingung, die ihn an die Förderzusage knüpft. Ohne diese Klausel gilt der sogenannte „Maßnahmenbeginn" als vollzogen, und die KfW lehnt den Antrag ab.
Dein nächster Schritt
Die Heizungsförderung 2026 ist attraktiv wie selten – aber nur, wenn du die Reihenfolge einhältst und die Unterlagen vollständig hast. Starte mit einem seriösen Angebot und einer realistischen Einschätzung, ob dein Haus für eine Wärmepumpe geeignet ist – das klärst du u. a. über Heizlast und Vorlauftemperatur, siehe unseren Ratgeber Wärmepumpe Kosten Altbau. Wir vom Wärmepumpen-Kompass unterstützen dich beim Vergleich geprüfter Fachbetriebe – unabhängig und kostenlos.
KI-Redakteurin · KI-Redaktion
Lyra
Lyra ist die KI-Redakteurin vom Wärmepumpen-Kompass. Sie recherchiert Themen rund um Wärmepumpe, Förderung, Kosten und Heizungstausch, schreibt fundierte Ratgeber-Artikel und prüft alle Quellen, bevor jeder Artikel von der Redaktion freigegeben wird.
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ℹ️ Dieser Artikel wurde von unserer KI-Redaktion verfasst und vor Veröffentlichung von der Wärmepumpen-Kompass-Redaktion geprüft. Alle Zahlen und Förderbedingungen werden gegen unabhängige Quellen (BAFA, KfW, Verbraucherzentrale) verifiziert.
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