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Kosten · 10 Min. Lesezeit

Sole-Wasser-Wärmepumpe Erdwärme Kosten: Praxis-Rechnung 2026

Was kostet eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdwärme wirklich? Konkrete Zahlen für Gerät, Bohrung, Erschließung und Betrieb – mit Förder-Beispiel und Break-even-Rechnung für 2026.

Veröffentlicht am 21. September 2026

Kosten

Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdwärme kostet 2026 komplett zwischen 27.000 und 45.000 Euro – abhängig davon, ob mit Erdsonden gebohrt oder mit Flächenkollektoren gegraben wird. Der reine Gerätepreis liegt bei 12.000 bis 18.000 Euro, die Erschließung der Wärmequelle bei 6.000 bis 20.000 Euro. Nach KfW-Förderung bleiben bei geschickter Antragstellung 10.000 bis 15.000 Euro Eigenanteil. Dieser Ratgeber rechnet die einzelnen Posten offen durch – inklusive Bohrmeter-Preis, Betriebskosten und Amortisation im direkten Vergleich zur Luft-Wärmepumpe.

Was ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe und woher kommt der Preis?

Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe – umgangssprachlich Erdwärmepumpe – entzieht dem Erdreich Wärme über einen mit Frostschutz gemischten Wasserkreislauf, die sogenannte Sole. Anders als eine Luft-Wärmepumpe nutzt sie eine ganzjährig konstante Temperaturquelle: Ab etwa zehn Meter Tiefe liegen ganzjährig rund 8 bis 12 Grad Celsius an. Das ist der Grund, warum diese Systeme Jahresarbeitszahlen (JAZ) von 4,0 bis 5,0 erreichen – deutlich mehr als typische Luft-Wärmepumpen mit 3,0 bis 3,8.

Der höhere Preis erklärt sich aus zwei Kostenblöcken: das eigentliche Innengerät ist zwar nur wenig teurer als eine Luft-Wärmepumpe, aber die Erschließung der Erdwärmequelle – also Bohrung oder Grabung – kostet zusätzlich 6.000 bis 20.000 Euro. Der Bundesverband Wärmepumpe beziffert die Amortisation gegenüber einer Gasheizung – dank hoher Effizienz und Förderung – häufig auf 10 bis 15 Jahre.

Kostenübersicht: Alle Posten im Detail

Damit du eine belastbare Zahl für dein eigenes Projekt bekommst, hier die realistischen Preisspannen 2026 – geordnet nach den drei großen Blöcken Anschaffung, Installation und Erschließung:

  • Wärmepumpen-Gerät (10–14 kW): 12.000 – 18.000 €
  • Pufferspeicher & Warmwasserspeicher: 2.000 – 3.500 €
  • Installation & Hydraulik im Haus: 4.000 – 6.500 €
  • Erdsondenbohrung (2 × 80–100 m à 60–80 €/m): 10.000 – 16.000 €
  • Alternative: Flächenkollektor (Grabung): 5.000 – 9.000 €
  • Genehmigung, Gutachten, Nebenkosten: 500 – 1.500 €

In Summe landest du je nach Erschließungsart bei 27.000 bis 45.000 Euro brutto. Wichtig: Die Preise für Bohrungen schwanken regional stark – in Regionen mit hartem Fels oder schwierigen Grundwasserverhältnissen können 100 Euro pro Bohrmeter fällig werden. Eine unabhängige Einordnung dieser Bandbreiten findest du auch bei co2online. Wenn du Kosten und Effizienz direkt gegen die Luft-Wärmepumpe abwägen willst, lohnt sich ein Blick in unseren Effizienzvergleich Erd- vs. Luftwärmepumpe.

Erdsonde oder Flächenkollektor – welche Erschließung passt?

Die Wahl zwischen Erdsonde und Flächenkollektor entscheidet stark über deine Gesamtkosten – und über die spätere Effizienz. Erdsonden werden 40 bis 100 Meter tief gebohrt, brauchen wenig Grundstücksfläche und liefern konstant hohe Temperaturen. Flächenkollektoren liegen dagegen frostfrei in 1,2 bis 1,5 Meter Tiefe und benötigen eine unbebaute Fläche von der 1,5- bis 2-fachen beheizten Wohnfläche.

Für ein 150-m²-Haus mit 10 kW Heizlast heißt das: Du bräuchtest rund 300 m² Gartenfläche für Kollektoren – die anschließend nicht tief bepflanzt oder überbaut werden dürfen. Bohrungen sind kompakter, aber genehmigungspflichtig. Details zu Ablauf und Kalkulation stehen in unserem ausführlichen Ratgeber Erdwärme Heizung 2026: Kosten, Bohrung & Förderung im Praxischeck.

Brauchst du eine Genehmigung?

Ja – Erdwärmebohrungen sind genehmigungspflichtig nach Wasserhaushaltsgesetz. Die untere Wasserbehörde deines Landkreises muss dem Vorhaben zustimmen. In Trinkwasserschutzgebieten ist eine Bohrung oft ausgeschlossen; in normalen Wohngebieten bekommst du die Genehmigung in der Regel innerhalb von 4 bis 8 Wochen. Flächenkollektoren sind meist nur anzeigepflichtig, aber ebenfalls beim Bauamt zu melden. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, den Antrag frühzeitig – ideal parallel zum Angebot des Bohrunternehmens – zu stellen.

Beispielrechnung: Einfamilienhaus 150 m², Baujahr 1998

Nehmen wir Familie Berger, 150 m² Wohnfläche, gedämmte Fassade, Heizkörper plus zwei Räume mit Fußbodenheizung, Heizlast 9 kW. Sie entscheiden sich für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit zwei Erdsonden à 90 Metern:

  1. Wärmepumpe 10 kW (inkl. Speicher): 16.500 €
  2. Bohrung 2 × 90 m à 70 €/m: 12.600 €
  3. Installation, Hydraulik, Elektro: 5.800 €
  4. Genehmigung & Nebenkosten: 1.100 €
  5. Gesamt brutto: 36.000 €

Weil das förderfähige Maximum bei 30.000 Euro liegt, greift die Förderung auf diesen Deckel. Familie Berger erhält Grundförderung (30 %), Klimageschwindigkeitsbonus (20 %) und Effizienzbonus (5 %) – zusammen 55 %. Das ergibt einen Zuschuss von 16.500 Euro. Eigenanteil: 19.500 Euro. Details zu Boni, Fristen und Antragstellung findest du im KfW-Förderungsratgeber 2026 und direkt bei der KfW.

Rechne bei Erdwärme immer mit dem Förderdeckel von 30.000 € förderfähigen Kosten. Alles darüber zahlst du komplett aus eigener Tasche – das drückt die effektive Förderquote schnell von 70 auf 55 Prozent.

Förderung 2026: So senkst du die Kosten auf den Eigenanteil

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe wird über das KfW-Programm 458 gefördert. Die Zuschusssätze setzen sich aus mehreren Bausteinen zusammen: 30 % Grundförderung, 20 % Klimageschwindigkeitsbonus (bei Austausch alter Öl- oder Gasheizung), 30 % Einkommensbonus (bei Haushaltseinkommen unter 40.000 €) und 5 % Effizienzbonus – letzterer wird für Erdwärme automatisch gewährt, weil sie natürliches Kältemittel und hohe JAZ erreicht.

Wichtig: Die Summe ist auf 70 % gedeckelt, der förderfähige Höchstbetrag liegt bei 30.000 Euro pro Wohneinheit. Damit sind maximal 21.000 Euro Zuschuss möglich. Die formalen Voraussetzungen – Fachunternehmererklärung, BzA-Nummer, Nachweise – erklärt der KfW-Antrags-Leitfaden. Ergänzende Vorgaben zu förderfähigen Kosten und Ausschlüssen dokumentiert das BAFA.

Laufende Kosten: Strom, Wartung, Rücklagen

Der große Vorteil der Erdwärme zeigt sich im Betrieb. Bei einer JAZ von 4,5 und 15.000 kWh Wärmebedarf ergeben sich rund 3.333 kWh Stromverbrauch pro Jahr. Mit einem Wärmepumpen-Stromtarif von 25 ct/kWh sind das nur 833 Euro Heizkosten – gegenüber ca. 2.100 Euro bei Gas (bei 12 ct/kWh Gaspreis). Konkrete Vergleichswerte pro Haushaltstyp findest du im Beitrag Wärmepumpe Verbrauch: Was 5 Haushaltstypen zahlen.

Hinzu kommen Wartungskosten von 150 bis 300 Euro pro Jahr – Erdwärmepumpen sind wartungsärmer als Luft-Modelle, weil kein Ventilator verschleißt. Rechne zusätzlich mit einer Rücklage von etwa 200 Euro/Jahr für Reparaturen ab Jahr 10. Details dazu findest du in unserem Ratgeber zur Wartung der Erdwärmepumpe. Mit dem passenden Stromtarif senkst du die Kosten weiter – siehe Stromtarif-Entscheidungsrahmen.

Lohnt sich Erdwärme gegenüber Luft-Wärmepumpe?

Der Mehrpreis für Erdwärme gegenüber einer Luft-Wasser-Wärmepumpe liegt bei 8.000 bis 15.000 Euro netto. Dafür sparst du jährlich rund 200 bis 400 Euro Stromkosten – die höhere JAZ macht den Unterschied vor allem in kalten Wintermonaten, wenn Luft-Wärmepumpen ihre Effizienz verlieren. Rechnerisch amortisiert sich der Mehrpreis in 20 bis 30 Jahren – das ist länger als bei anderen Sanierungsmaßnahmen.

Erdwärme lohnt sich also weniger als reine Rechenübung, sondern durch drei weiche Faktoren: Geräuscharmut (kein Außengerät), Zukunftssicherheit bei steigenden Strompreisen und aktive Kühlfunktion im Sommer. Wer diese Aspekte nicht braucht, fährt mit einer Luft-Wärmepumpe finanziell besser. Für die Detailabwägung hilft der Kostenvergleich Luft-Wasser-Wärmepumpe und die vollständige Wirtschaftlichkeitsberechnung.

Häufige Fragen zu Sole-Wasser-Wärmepumpen

Wie hoch sind die Kosten für die Erdwärmebohrung für eine Sole-Wärmepumpe?

Rechne mit 60 bis 100 Euro pro Bohrmeter, je nach Bodenverhältnissen und Region. Für ein Einfamilienhaus mit 10 kW Heizlast werden typischerweise 160 bis 200 Bohrmeter benötigt – aufgeteilt auf zwei Sonden. In Summe kostet die Bohrung inklusive Sondeneinbau und Verpressung meist zwischen 10.000 und 18.000 Euro. Härterer Fels oder Trinkwasserschutzauflagen können den Preis um 20 bis 30 Prozent nach oben treiben.

Was sind die Nachteile einer Sole-Wasser-Wärmepumpe?

Die drei größten Nachteile sind: hohe Anschaffungskosten (rund 10.000 € über der Luft-Wärmepumpe), Genehmigungspflicht für die Bohrung mit 4 bis 8 Wochen Wartezeit, sowie die Abhängigkeit von passenden Grundstücksbedingungen. Bei Bestandshäusern mit kleinem Grundstück oder in Wasserschutzgebieten ist Erdwärme oft nicht realisierbar. Zudem ist der Rückbau der Sonden am Ende der Lebensdauer aufwändig.

Wie teuer ist eine Wärmepumpe mit Erdwärme komplett?

Für ein Einfamilienhaus liegen die Gesamtkosten inklusive Bohrung, Gerät, Speicher und Installation bei 27.000 bis 45.000 Euro brutto. Nach Abzug der KfW-Förderung von typischerweise 50 bis 70 Prozent bleibt ein Eigenanteil von 10.000 bis 20.000 Euro. Wer Flächenkollektoren statt Bohrung nutzt, spart 4.000 bis 8.000 Euro – braucht dafür aber ein großes Grundstück.

Brauche ich eine Genehmigung für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe?

Ja, für die Erdwärmebohrung brauchst du eine wasserrechtliche Erlaubnis der unteren Wasserbehörde. In Trinkwasserschutzgebieten der Zonen I und II sind Bohrungen in der Regel ausgeschlossen. Flächenkollektoren sind meist nur anzeige-, nicht genehmigungspflichtig. Das Wärmepumpengerät selbst braucht keine Baugenehmigung, muss aber beim Netzbetreiber angemeldet werden.

Lohnt sich Erdwärme im Altbau überhaupt?

Ja, wenn der Altbau grundlegend saniert ist (Dämmung, Fenster) und Vorlauftemperaturen unter 55 Grad Celsius realistisch sind. Bei unsaniertem Altbau mit klassischen Heizkörpern und 65+ Grad Vorlauf sinkt die JAZ so stark, dass der Effizienzvorteil verpufft. Dann ist eine Hochtemperatur-Luftwärmepumpe oft die klügere Wahl. Praktische Hinweise findest du im Altbau-Vorlauftemperatur-Ratgeber.

Fazit: Wann sich die Investition auszahlt

Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe rechnet sich vor allem dann, wenn du langfristig planst (20+ Jahre im Haus bleibst), Fußbodenheizung oder große Heizflächen hast und ein Grundstück, das eine Erschließung erlaubt. Der Eigenanteil von 10.000 bis 20.000 Euro nach Förderung ist überschaubar – und die jährlichen Betriebskosten liegen 30 bis 50 Prozent unter einer Gasheizung. Wir vom Wärmepumpen-Kompass empfehlen, immer zwei bis drei Angebote von zertifizierten Fachbetrieben einzuholen und das Bohrunternehmen separat auszuschreiben – so kannst du bei den Erschließungskosten oft 2.000 bis 4.000 Euro einsparen.

KI-Redakteurin · KI-Redaktion

Lyra

Lyra ist die KI-Redakteurin vom Wärmepumpen-Kompass. Sie recherchiert Themen rund um Wärmepumpe, Förderung, Kosten und Heizungstausch, schreibt fundierte Ratgeber-Artikel und prüft alle Quellen, bevor jeder Artikel von der Redaktion freigegeben wird.

Zuletzt aktualisiert

21. September 2026

ℹ️ Dieser Artikel wurde von unserer KI-Redaktion verfasst und vor Veröffentlichung von der Wärmepumpen-Kompass-Redaktion geprüft. Alle Zahlen und Förderbedingungen werden gegen unabhängige Quellen (BAFA, KfW, Verbraucherzentrale) verifiziert.

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